Weil das Leben keinen Plot hat
Alma verliebt sich in Anton. Anton verliebt sich irgendwann auch in Alma - viele Jahre nach dem Schüleraustausch in der Bretagne, als sie sich in Berlin wiedertreffen. Es ist eine ungestüme, zärtliche Liebe und gleichzeitig geprägt von dem Gepäck, das beide in die Beziehung mitbringen.
Die ersten 200 Seiten von Dana Vowinckels neuem Roman haben mich an vielen Stellen zu Tränen gerührt. In leiser, poetischer Sprache beschreibt sie dieses Gefühl des Lost-Seins mit Mitte zwanzig so treffend, das ich mich auf fast jeder Seite wiedergefunden habe. Was mache ich mit meiner Zeit? Was ist die Erwartung anderer an mich und was will ich selbst?
Zunehmend reiben sich die Lebensentwürfe von Anton und Alma aneinander. Anton geht nach New York. Alma bleibt in Berlin und findet Zuflucht in Antons jüdischer Gemeinde. Sie hat ihr Studium abgebrochen für einen sicheren Job. Er entscheidet sich zu promovieren. Seine Forschungsfrage: Wie wurde die Konversion der Chasaren zum Judentum für unterschiedliche Narrative instrumentalisiert?
Doch was, wenn das eigene Leben plötzlich für Narrative instrumentalisiert wird?
Nach dem 7. Oktober 2023 kehrt Anton nach Berlin und zu Alma zurück - verloren zwischen den sich zunehmend verhärtenden Fronten im Israel-Palästina-Konflikt, einsam aufgrund von Anfeindungen ehemaliger Freunde in den Sozialen Medien.
Dann: Ein Bruch in der Geschichte. Ein kurzes Störgefühl angesichts des persönlichen Schicksalsschlags, der so gar nicht in die Geschichte zu passen scheint, und sie doch auf eine höhere Ebene hebt, ihr eine Tiefe gibt, die ich so nicht erahnt habe.
Denn am Ende steht die Erkenntnis: “Ereignisse hatten keinen Plot. Das Leben hatte keinen Plot. Während es geschah, geschah es einfach, Tag für Tag für Tag für Tag. Wer es im Nachhinein in eine Erzählung verwandelte, verriet bloß seine eigene Ideologie.” (S. 519)
Ich habe viele Eselsohren gemacht, viele Dinge unterstrichen. Etwas, das ich nur tue, wenn ich weiß, dass ein Buch noch sehr lange bleiben darf. Dass ich es noch oft aus dem Bücherregal nehmen und darin blättern werde. Weil Dana Vowinckel einen so klug konstruierten, berührenden, nachdenklichen Roman geschrieben hat, der noch lange nachhallen wird.
Die ersten 200 Seiten von Dana Vowinckels neuem Roman haben mich an vielen Stellen zu Tränen gerührt. In leiser, poetischer Sprache beschreibt sie dieses Gefühl des Lost-Seins mit Mitte zwanzig so treffend, das ich mich auf fast jeder Seite wiedergefunden habe. Was mache ich mit meiner Zeit? Was ist die Erwartung anderer an mich und was will ich selbst?
Zunehmend reiben sich die Lebensentwürfe von Anton und Alma aneinander. Anton geht nach New York. Alma bleibt in Berlin und findet Zuflucht in Antons jüdischer Gemeinde. Sie hat ihr Studium abgebrochen für einen sicheren Job. Er entscheidet sich zu promovieren. Seine Forschungsfrage: Wie wurde die Konversion der Chasaren zum Judentum für unterschiedliche Narrative instrumentalisiert?
Doch was, wenn das eigene Leben plötzlich für Narrative instrumentalisiert wird?
Nach dem 7. Oktober 2023 kehrt Anton nach Berlin und zu Alma zurück - verloren zwischen den sich zunehmend verhärtenden Fronten im Israel-Palästina-Konflikt, einsam aufgrund von Anfeindungen ehemaliger Freunde in den Sozialen Medien.
Dann: Ein Bruch in der Geschichte. Ein kurzes Störgefühl angesichts des persönlichen Schicksalsschlags, der so gar nicht in die Geschichte zu passen scheint, und sie doch auf eine höhere Ebene hebt, ihr eine Tiefe gibt, die ich so nicht erahnt habe.
Denn am Ende steht die Erkenntnis: “Ereignisse hatten keinen Plot. Das Leben hatte keinen Plot. Während es geschah, geschah es einfach, Tag für Tag für Tag für Tag. Wer es im Nachhinein in eine Erzählung verwandelte, verriet bloß seine eigene Ideologie.” (S. 519)
Ich habe viele Eselsohren gemacht, viele Dinge unterstrichen. Etwas, das ich nur tue, wenn ich weiß, dass ein Buch noch sehr lange bleiben darf. Dass ich es noch oft aus dem Bücherregal nehmen und darin blättern werde. Weil Dana Vowinckel einen so klug konstruierten, berührenden, nachdenklichen Roman geschrieben hat, der noch lange nachhallen wird.