Wirklich herzzerreißend

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leserinlu Avatar

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„Anton und Alma“ erzählt von zwei jungen Menschen, die sich lieben und trotzdem immer wieder an den Umständen und ihrer Herkunft zerbrechen. Anton und Alma kommen aus sehr unterschiedlichen Welten: Er wächst in einer akademischen jüdischen Familie auf, sie in eher schwierigen Verhältnissen am östlichen Rand Berlins. Sie verlieben sich leidenschaftlich und versuchen, ein gemeinsames Leben aufzubauen.

Eine Weile hatte ich das Gefühl, dass der Roman eher vor sich hinplätschert. Gerade dadurch fühlt man sich aber immer stärker in die Beziehung der beiden ein. Anton und Alma wachsen einem mit der Zeit richtig ans Herz. Die wechselnden personalen Erzählperspektiven sorgen dafür, dass man beide Figuren sehr unmittelbar erlebt, ihre Gedanken und Gefühle versteht und nachvollziehen kann, warum sie manchmal streiten. Nach dem 7. Oktober 2023 überschlagen sich die Ereignisse und das Private wird untrennbar mit den politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen verbunden. Ich fand, dass gerade die Dynamiken auf social media authentisch dargestellt wurden.

Zusätzlich enthält der Roman viele kluge Gedanken über jüdische Identität, den Umgang mit Geschichte und die Frage, was es bedeutet, ein Mensch zu sein. Es geht um Liebe und Zugehörigkeit, aber auch um Trauer, Verlust, Herkunft und die Suche nach einem Ort, an dem man man selbst sein kann. Dana Vowinckel erzählt all das sehr nah an ihren Figuren. Gerade deshalb hat mich die Geschichte emotional so erreicht.