Zwischen Gen-Z-Roman und historischem Exkurs
„Anton und Alma“ von Dana Vowinckel ist ein Roman, der mich vor allem durch seinen ungewöhnlichen Schreibstil überrascht hat. Die Sprache ist eigenwillig und modern, gleichzeitig liest sich die Geschichte sehr flüssig. Gerade die unkonventionelle Erzählweise hat dem Buch für mich eine besondere Note gegeben.
Inhaltlich verbindet der Roman eine Liebesgeschichte mit großen Themen wie Religion, Zugehörigkeit, Identität, Trauer und den politischen Spannungen rund um den 7. Oktober und den Gaza-Krieg. Besonders interessant fand ich dabei die unterschiedlichen Lebenswelten von Anton und Alma und die Frage, wie stark Herkunft und religiöse Zugehörigkeit eine Beziehung prägen können.
Allerdings hatte ich mit den beiden Protagonisten große Schwierigkeiten. Beide blieben mir über weite Strecken unsympathisch, sodass ich leider kaum mit ihnen mitfiebern konnte. Besonders Anton hat mich immer wieder gestört. Seine gewisse Doppelmoral war für mich schwer nachzuvollziehen: Einerseits sind ihm beispielsweise seine Großeltern väterlicherseits unsympathisch, andererseits nimmt er ihre finanzielle Unterstützung für seinen Aufenthalt in den USA selbstverständlich an. Gleichzeitig reagiert er selbst sehr empfindlich auf Kritik, ist aber anderen gegenüber nicht besonders einfühlsam. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich deutlich älter bin als die Figuren und nicht Teil der jüdischen Religionsgemeinschaft bin – möglicherweise konnte ich sein Gefühlsleben und manche seiner Reaktionen deshalb einfach nicht vollständig nachempfinden.
Etwas zwiegespalten war ich außerdem bei den historischen Passagen rund um die Chasaren. Das Buch schwankt für mich teilweise zwischen einem modernen Gen-Z-Roman und beinahe einem historischen Roman. Die Idee an sich fand ich spannend, allerdings waren mir diese Abschnitte stellenweise zu ausführlich. Vor allem die Wiederholungen und einige Informationen, die für mich wenig zur eigentlichen Handlung beigetragen haben, haben den Lesefluss gebremst.
Gut gefallen haben mir dagegen die englischen Sätze und Passagen. Vermutlich sollen sie die Gespräche in New York als auch mit Antons Familie authentischer wirken lassen und die englischsprachige Umgebung vermitteln. Ich fand diese Idee gelungen und habe eine solche Umsetzung in dieser Form bisher noch nicht gelesen. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass die englischen Passagen für manche Leserinnen und Leser etwas störend sein könnten.
Insgesamt ist „Anton und Alma“ für mich ein interessanter und sprachlich besonderer Roman, der viele aktuelle und gesellschaftlich relevante Themen aufgreift. Der ungewöhnliche Schreibstil und die flüssige Erzählweise haben mir gut gefallen, während die Figuren und einige inhaltliche Passagen bei mir leider nicht die gewünschte emotionale Wirkung erzielen konnten.
Inhaltlich verbindet der Roman eine Liebesgeschichte mit großen Themen wie Religion, Zugehörigkeit, Identität, Trauer und den politischen Spannungen rund um den 7. Oktober und den Gaza-Krieg. Besonders interessant fand ich dabei die unterschiedlichen Lebenswelten von Anton und Alma und die Frage, wie stark Herkunft und religiöse Zugehörigkeit eine Beziehung prägen können.
Allerdings hatte ich mit den beiden Protagonisten große Schwierigkeiten. Beide blieben mir über weite Strecken unsympathisch, sodass ich leider kaum mit ihnen mitfiebern konnte. Besonders Anton hat mich immer wieder gestört. Seine gewisse Doppelmoral war für mich schwer nachzuvollziehen: Einerseits sind ihm beispielsweise seine Großeltern väterlicherseits unsympathisch, andererseits nimmt er ihre finanzielle Unterstützung für seinen Aufenthalt in den USA selbstverständlich an. Gleichzeitig reagiert er selbst sehr empfindlich auf Kritik, ist aber anderen gegenüber nicht besonders einfühlsam. Vielleicht liegt es auch daran, dass ich deutlich älter bin als die Figuren und nicht Teil der jüdischen Religionsgemeinschaft bin – möglicherweise konnte ich sein Gefühlsleben und manche seiner Reaktionen deshalb einfach nicht vollständig nachempfinden.
Etwas zwiegespalten war ich außerdem bei den historischen Passagen rund um die Chasaren. Das Buch schwankt für mich teilweise zwischen einem modernen Gen-Z-Roman und beinahe einem historischen Roman. Die Idee an sich fand ich spannend, allerdings waren mir diese Abschnitte stellenweise zu ausführlich. Vor allem die Wiederholungen und einige Informationen, die für mich wenig zur eigentlichen Handlung beigetragen haben, haben den Lesefluss gebremst.
Gut gefallen haben mir dagegen die englischen Sätze und Passagen. Vermutlich sollen sie die Gespräche in New York als auch mit Antons Familie authentischer wirken lassen und die englischsprachige Umgebung vermitteln. Ich fand diese Idee gelungen und habe eine solche Umsetzung in dieser Form bisher noch nicht gelesen. Allerdings kann ich mir gut vorstellen, dass die englischen Passagen für manche Leserinnen und Leser etwas störend sein könnten.
Insgesamt ist „Anton und Alma“ für mich ein interessanter und sprachlich besonderer Roman, der viele aktuelle und gesellschaftlich relevante Themen aufgreift. Der ungewöhnliche Schreibstil und die flüssige Erzählweise haben mir gut gefallen, während die Figuren und einige inhaltliche Passagen bei mir leider nicht die gewünschte emotionale Wirkung erzielen konnten.