Irgendwas stimmt hier nicht

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kerstin600 Avatar

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Der Anfang hat mich direkt gepackt. Erst dieser Albtraum, dann das Gesicht, das aussieht wie das eigene – und zack, ist man drin. Danach wirkt Nathalies Leben erstmal erstaunlich normal: Mann, Kind, Häuschen auf dem Land, Kindergartenstress und ein Gemüsebeet, das offenbar beschlossen hat, sie persönlich zu bekämpfen.

Aber unter dieser ziemlich idyllischen Oberfläche stimmt irgendwas ganz gewaltig nicht. Nathalie erzählt zwar locker und mit ordentlich trockenem Humor, gleichzeitig merkt man ständig, dass sie längst nicht alles erzählt. Gerade ihre Gedanken über Ruby und deren Verhalten fand ich interessant, weil man sich als Leser irgendwann fragt, ob hier wirklich nur das Kind „anders“ ist – oder ob bei Nathalie selbst einiges im Argen liegt.

Besonders gut gefallen mir die kleinen bissigen Beobachtungen und der Humor zwischendrin. Das macht die Geschichte angenehm eigen und verhindert, dass es in dieses typische Thriller-Pathos abrutscht. Und trotzdem bleibt dieses unterschwellige Gefühl: Da kommt noch was. Und wahrscheinlich nichts Gutes.

Das Cover finde ich ziemlich gelungen. Es wirkt auf den ersten Blick eher ruhig und schlicht, hat aber gleichzeitig etwas Unheimliches, das gut zur Geschichte passt. Kein überladenes Thriller-Geschrei, sondern eher: Guck mich ruhig an – du wirst schon noch merken, dass hier etwas nicht stimmt.

Nach der Leseprobe bin ich jedenfalls ziemlich neugierig, was hinter Nathalies Fassade steckt. Denn dass diese perfekte kleine Familie nicht ganz so perfekt ist, dürfte ziemlich sicher sein.