4.5 Sterne von mir – Dunkle Geheimnisse hinter der idyllischen Fassade

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blackcat Avatar

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„Aprikosenkind“ ist meiner Ansicht nach komplexer und facettenreicher als der Klappentext vermuten lässt, sodass meine Erwartungen übertroffen wurden: Eine mysteriöse Familiendynamik, rätselhafte Vorfälle sowie entsetzliche Geheimnisse, die sich allmählich entfalten – die unerwarteten Entwicklungen haben mich begeistert!

Nathalie führt seit kurzem ein idyllisches Landleben voller gemütlicher Häuslichkeit mit ihrem Mann Gabriel und ihrer kleinen Tochter Ruby. Doch Ruby ist anders: oft sehr still, sehr langsam, apathisch. Die Eltern machen sich allerdings kaum Sorgen, trotz mahnender Appelle aus der Kita. Sie glauben, dass Ruby Liebe und Geduld braucht, statt Beurteilungen sowie spezieller Förderung, die ihr das Gefühl geben könnten, falsch zu sein, wie sie ist.

Dann stört eine Reihe von Vorfällen das Bilderbuchleben und die Risse in der schönen Fassade werden langsam immer tiefer. Das Grauen schleicht sich still an: Beunruhigende Begebenheiten, die mit Abstand kaum noch bedrohlich erscheinen, entpuppen sich als Spitze eines gewaltigen Eisbergs!

Ich liebe den feinfühligen, tiefsinnigen, geistreichen Erzählstil der Autorin, der auch in diesem Buch zum Tragen kommt: Die atmosphärische Stimmung voller unterschwelliger Beklemmung und die ausdrucksstarken Schilderungen haben mich beeindruckt.

Die Charaktere sind lebensecht gezeichnet und ich empfand ihr Verhalten auf interessante Weise irritierend. Auch die Dynamik zwischen ihnen ist subtil verstörend und machte mich neugierig. Zudem fand ich bemerkenswert, wie aus Nathalies Perspektive das übersteigerte Beobachten, Überwachen, Fördern sowie Optimieren von Kindern thematisiert wird.

Die vielschichtige, dramatische Handlung entfaltet sich aus Nathalies und Gabriels Sicht sowie auf verschiedenen Zeitebenen. Ruby kommt auch einmal kurz zu Wort. Einblicke in die Vergangenheit erklären nach und nach, was hier wirklich los ist.

„Aprikosenkind“ war für mich ein fesselnder, psychologisch interessanter Thriller über Mutterliebe, Opferbereitschaft, Erziehungstraumata sowie dunkelschwarze Geheimnisse, der mit fortschreitendem Verlauf immer nervenaufreibender wird! Am Ende ging mir alles ein bisschen zu schnell und einfach – aber das ist Jammern auf eher hohem Niveau.