beklemmend

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
suppenfee Avatar

Von

Nathalie hat sich lange Zeit nichts sehnlicher gewünscht als ein Kind. Nun lebt sie endlich idyllisch mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter im Grünen. Doch schon bald stellt sich heraus, dass der Schein trügt...

Die Geschichte braucht ein wenig, um in Gang zu kommen, und auch Nathalies neues Leben auf dem Land wirkt zunächst eher ruhig als bedrohlich. Doch nach ungefähr 80 Seiten hat sich das geändert und ab diesem Punkt konnte ich das Buch kaum noch aus der Hand legen.

Die Geschichte entfaltet sich nur nach und nach wie ein Puzzle. Die Handlung wird aus der Sicht der verschiedenen Protagonisten erzählt, wodurch sich mit der Zeit immer mehr Details und Zusammenhänge ergeben. Was zunächst noch harmlos oder zumindest erklärbar erscheint, bekommt zunehmend eine andere Bedeutung. Stück für Stück tun sich dabei tiefe psychologische Abgründe auf.

Dabei schafft es das Buch, eine ziemlich verstörende Atmosphäre aufzubauen. Gerade weil ein Kind mitten in diese Vorgänge hineingezogen wird.

Nachdem sich die Geschichte über weite Strecken immer weiter zugespitzt hat, ging mir die Auflösung fast ein wenig zu schnell. Ich hätte locker noch 50 Seiten weiterlesen können ;).

Insgesamt ist Aprikosenkind für mich ein spannender und zunehmend verstörender Psychothriller. Der etwas langsame Beginn hat sich definitiv gelohnt, denn sobald die Geschichte Fahrt aufnimmt, entwickelt sie einen starken Sog. Nicht unbedingt ein Buch, das man entspannt zur Seite legt. Dafür eines, das noch lange Zeit nachhallen wird.