Ein psychologisch gelungener Einstieg, mit einem schlechten Ende

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marylou2101 Avatar

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Aufmachung und Klappentext haben mich auf Anhieb angesprochen. Eine scheinbar normale Familie. Nathalie und Gabriel sind mit Ihrer Tochter aufs Land gezogen. Er arbeitet im Homeoffice, sie kümmert sich um Garten und Haushalt. Ruby hat scheinbar einen erhöhten Förderbedarf, den beide Eltern allerdings nicht so recht wahr haben wollen. Schon bald wird klar, dass jeder der beiden Eltern Geheimnisse hat: Miteinander und Voreinander, und schon bald findet sich der Leser in einem zunächst undurchschaubaren Konstrukt aus Lügen, Unwahrheiten und Geheimnissen wieder. Aus Psychologischer Sicht ein gelungener Einstieg.

Auch Themen wie der unerfüllte Kinderwunsch oder die schwierige Mutter-Tochter-Beziehung haben ihren psychologischen Reiz, so dass ich dieses Buch als Psycho-Thriller bezeichnen würde. Nicht jedoch als klassischen Thriller. Dafür bleibt es verhältnismäßig unblutig. Lange bleibt nicht nur Nathalie unklar, was real ist und was eingebildet. Und das schlimmste ist, dass das Böse nicht von Fremden ausgeht, sondern von der eigenen Familie. Die Autorin spielt mit den Ängsten der Protagonisten und reizt dieses Thema bis zum Anschlag aus.

Die Manipulationen sind gut in die Geschichte eingewoben und lösen sich erst relativ spät auf. Dennoch hat man als Leser natürlich die ein oder andere Theorie oder einen Verdacht. So spannend das Buch geschrieben ist, so drückend die Atmosphäre beschrieben, so enttäuschend war leider auch der Schluß für mich. Einige Dinge waren schlichtweg zu vorhersehbar und das Ende kam abrupt und unglaubwürdig, weswegen ich den Thriller leider nur als mittelmäßig einstufen kann.