Eine Mutter Tochter Bande

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern
leselily Avatar

Von

„Aprikosenkind“ von Judith Merchant aus dem Kiepenhauer & Witsch Verlag

Dieser düstere und auch beklemmende Thriller, um eine Mutter und ihrer Liebe zum Kind, war für mich das erste Buch von Judith Merchant. Ich war überrascht wie schnell mich das Buch in die Geschichte hineingezogen hat. Tatsächlich war ich völlig verblüfft darüber, dass ich gefühlt, nach wenigen Zeilen tief in eine Geschichte hineingeworfen wurde, die ich so überhaupt nicht erwartet hatte. Die Autorin versteht es nicht nur mit der Psyche von uns Leserschaft zu spielen, sondern kann dazu ganz schön verwirren. Dabei verstrickt uns Judith Merchant meisterlich in eine familiäre Geschichte, indem sie immer wieder den Blickwinkel des Erzählers oder der Erzählerin wechselt. Hauptsächlich erleben wir die Geschehnisse aus der Perspektive von Nathalie und sofort bauen sich Fragen auf, wie die zum Beispiel, ob Nathalie die Mutter des Kindes ist. Doch eines ist sofort klar, mit Ruby, der Tochter kann etwas ganz und gar nicht stimmen. Die Rolle von Gabriel, dem Vater, ist zu Beginn des ersten Teils die eigentliche Konstante, da er die Fragestellungen rund um Ruby immer wieder emotional ausgleicht. Doch dann können wir Leser*innen immer tiefer hinter diese Fassade schauen und schnell wird deutlich dies ist keine normale Familie, dies ist ein wahrer Alptraum. Dabei wagt sich die Autorin an ein sensibles Thema heran. Ihr Buch liest sich flüssig weg und trotz des traurigen Themas ein gelungener Thriller. Für mich zwar mein erstes Buch der Autorin, aber bestimmt nicht mein letztes Buch. Meine absolute Leseempfehlung für alle die gerne tiefgründige und psychologisch gut durchdachte Thriller mögen.