Goldfasane
Mit ihren Psychothrillern "Atme" und "Schweig" hat die deutsche Schriftstellerin Judith Merchant die Bestsellerlisten gestürmt. Nach einer kreativen Pause legt sie nun ihr neues Werk "Aprikosenkind" vor. Kann es mit den bereits erschienenen Romanen mithalten?
Von der Optik ist der Psychothriller "Aprikosenkind" ein klarer Hingucker. In Kombination mit dem farbigen Buchschnitt geriert das auffällige Cover Aufmerksamkeit. Das Bildnis eines weiblichen Kindes ist mit bunten Kritzeleien verziert, wie sie für ein Kindergartenkind geradezu typisch sind. Auch der ungewöhnliche Titel, der auf die auffällige Haarfarbe der Protagonistin rekurriert, bleibt im Gedächtnis haften.
Der Psychothriller setzt auf leise Töne. Im Mittelpunkt steht eine harmonisch wirkende Kleinfamilie, bestehend aus den Familienmitgliedern Nathalie, Gabriel und Ruby, die sich für ein zurückgezogenes Leben auf dem Lande entschieden haben. Der leibliche Vater Gabriel arbeitet im Home Office, die Stiefmutter Nathalie hat ihren Job aufgegeben und versucht sich als Hausfrau und Ruby, die einzige Tochter von Gabriel aus seiner ersten Ehe, besucht einen nahegelegenen Kindergarten, wo von den dort tätigen Fachkräften massive Verzögerungen in der normalen altersgemäßen Entwicklung konstatiert werden. Gabriel, Nathalie bleiben stets unter sich, Kontakte zu Dritten pflegen sie kaum, ihre Freizeit verbringen sie in ihren eigenen vier Wänden. Auf den ersten Blick scheint ihr Dasein perfekt zu sein, aber nach und nach zerbröckelt die strahlende Fassade. Das idyllische Setting steht in scharfem Kontrast zu den düsteren Abgründen hinter den Kulissen. Erzählt wird vor allem aus der Perspektive von Nathalie, zwischendurch kommt Gabriel zu Wort. Eingerahmt wird er von Rückblenden in die Vergangenheit, die von folgenschweren Ereignissen erzählen, die klare Spuren im Leben der Protagonisten hinterlassen und ihren weiteren Werdegang geprägt haben.
Mein persönliches Fazit fällt positiv aus. Der Psychothriller verzichtet auf die Darstellung von brutaler Gewalt. Stattdessen stehen Kontrolle, Manipulation und Missbrauch in einer Familie im Fokus, eingebettet in den Kontext einer exzessiven Mutterliebe, ausgelöst durch ungewollte Kinderlosigkeit.. Allerdings sind die Motive der handelnden Personen nicht zwingend nachvollziehbar, sie hätten deutlicher ausgearbeitet werden können. Der Schluss ist in sich schlüssig, allerdings etwas kurz geraten. Ich hätte mir mehr Informationen gewünscht. Aber das ist ja reine Geschmackssache.
Von der Optik ist der Psychothriller "Aprikosenkind" ein klarer Hingucker. In Kombination mit dem farbigen Buchschnitt geriert das auffällige Cover Aufmerksamkeit. Das Bildnis eines weiblichen Kindes ist mit bunten Kritzeleien verziert, wie sie für ein Kindergartenkind geradezu typisch sind. Auch der ungewöhnliche Titel, der auf die auffällige Haarfarbe der Protagonistin rekurriert, bleibt im Gedächtnis haften.
Der Psychothriller setzt auf leise Töne. Im Mittelpunkt steht eine harmonisch wirkende Kleinfamilie, bestehend aus den Familienmitgliedern Nathalie, Gabriel und Ruby, die sich für ein zurückgezogenes Leben auf dem Lande entschieden haben. Der leibliche Vater Gabriel arbeitet im Home Office, die Stiefmutter Nathalie hat ihren Job aufgegeben und versucht sich als Hausfrau und Ruby, die einzige Tochter von Gabriel aus seiner ersten Ehe, besucht einen nahegelegenen Kindergarten, wo von den dort tätigen Fachkräften massive Verzögerungen in der normalen altersgemäßen Entwicklung konstatiert werden. Gabriel, Nathalie bleiben stets unter sich, Kontakte zu Dritten pflegen sie kaum, ihre Freizeit verbringen sie in ihren eigenen vier Wänden. Auf den ersten Blick scheint ihr Dasein perfekt zu sein, aber nach und nach zerbröckelt die strahlende Fassade. Das idyllische Setting steht in scharfem Kontrast zu den düsteren Abgründen hinter den Kulissen. Erzählt wird vor allem aus der Perspektive von Nathalie, zwischendurch kommt Gabriel zu Wort. Eingerahmt wird er von Rückblenden in die Vergangenheit, die von folgenschweren Ereignissen erzählen, die klare Spuren im Leben der Protagonisten hinterlassen und ihren weiteren Werdegang geprägt haben.
Mein persönliches Fazit fällt positiv aus. Der Psychothriller verzichtet auf die Darstellung von brutaler Gewalt. Stattdessen stehen Kontrolle, Manipulation und Missbrauch in einer Familie im Fokus, eingebettet in den Kontext einer exzessiven Mutterliebe, ausgelöst durch ungewollte Kinderlosigkeit.. Allerdings sind die Motive der handelnden Personen nicht zwingend nachvollziehbar, sie hätten deutlicher ausgearbeitet werden können. Der Schluss ist in sich schlüssig, allerdings etwas kurz geraten. Ich hätte mir mehr Informationen gewünscht. Aber das ist ja reine Geschmackssache.