Gut lesbar, aber inhaltlich enttäuschend

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„Aprikosenkind“ hat mich mit seinem Klappentext neugierig gemacht, insgesamt wirkt die Geschichte für mich aber mehr als unausgewogen.

Mit seinen 380 Seiten ließ sich das Buch gut und zügig lesen. Wer auf eine Familiengeschichte hofft, die langsam Risse bekommt und sich atmosphärisch verdichtet, wird hier allerdings etwas anderes vorfinden. Die Handlung setzt weniger auf leise Spannung und mehr auf schnelle Effekte – echte Überraschungen bleiben dabei aus. Insgesamt wirkt die Geschichte wie ein leichter Unterhaltungsroman, der bemüht ist, Wirkung zu erzielen, aber kaum Tiefe entwickelt.

Die vielen Zeitsprünge hätten eigentlich genau meinen Geschmack getroffen – normalerweise mag ich solche Erzählweisen sehr. Dieses Mal jedoch blähen sie die Handlung eher auf, statt ihr Tiefe zu geben.

Auch das Verhalten der Figuren hat mich immer wieder aus der Geschichte geholt. Nathalie und Rebekka treffen Entscheidungen, die so unüberlegt wirken, dass sie kaum zu den Persönlichkeiten passen, die zuvor angedeutet wurden. Beide können doch nicht wirklich so naiv sein, wie sie hier dargestellt werden. Bei Gabriel fehlt mir jede Erklärung dafür, warum er so handelt und wie er handelt.

Zusätzlich fand ich auch das Verhalten der Mitarbeiter im Kindergarten bzw. in der Kita völlig unglaubwürdig. Die Reaktionen und Entscheidungen dort wirkten für mich eher konstruiert als realistisch und haben meinen Eindruck weiter getrübt.

Inhaltlich konnte mich die Geschichte daher leider überhaupt nicht erreichen. Der verworrene Schluss hat diesen Eindruck noch verstärkt.
Am Ende bleibt für mich ein Roman, der zwar leicht zu lesen ist, aber mich inhaltlich nicht überzeugt hat. Eine Empfehlung spreche ich daher nicht aus.