Hervorragend
In Aprikosenkind von Judith Merchant geht es um die sechsjährige Ruby, die anders ist als andere Kinder. Ihre Mutter Nathalie hofft, dass Ruby im neuen Zuhause auf dem Land endlich aufblühen kann. Doch schon bald geschehen seltsame Dinge und Nathalie fühlt sich zunehmend unsicher. Als Ruby ein geheimnisvolles Bild malt, muss Nathalie sich fragen, welchen Preis sie für ihr Glück zu zahlen bereit wäre. Mich hat das Buch von Anfang an gefesselt. Der Schreibstil von der Autorin ist einfach mega toll: klar, flüssig und sehr angenehm zu lesen. Ich war direkt in der Geschichte drin und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Auch die Kapitellänge fand ich sehr angenehm, wodurch ein richtig guter Lesefluss entstanden ist. Besonders stark war für mich die beklemmende Stimmung. Unterschwellig hatte ich die ganze Zeit das Gefühl, dass in diesem Familienbild irgendetwas nicht stimmt. Diese leise Spannung zieht sich durch die gesamte Geschichte und wird nach und nach immer intensiver. Stück für Stück fügt sich die eigentliche Wahrheit zusammen und als sie schließlich ans Licht kommt, war ich wirklich erschüttert. Nathalie fand ich anfangs etwas schwierig einzuschätzen. Zuerst dachte ich, sie sei eine eher merkwürdige Person bzw. Mutter. Doch je mehr ich sie kennengelernt habe, desto besser konnte ich sie verstehen. Ihre Entwicklung als Protagonistin hat mir sehr gut gefallen. Auch die anderen Figuren fügen sich stimmig in die Handlung ein und machen die Geschichte rund. Mit der Auflösung hatte ich absolut gar nicht gerechnet. Die Autorin hat mich hervorragend auf eine falsche Fährte gelockt und mich am Ende wirklich überrascht. Genau das hat das Buch für mich nochmal stärker gemacht. Von mir gibt es eine klare Empfehlung.