Manipulation vom Allerfeinsten!

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tini5678 Avatar

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Mit Das Aprikosenkind konnte mich Judith Merchant richtig begeistern! Der Titel und Klappentext machten mich sofort neugierig auf das Buch und mein Näschen spürte sogleich, das könnte etwas ganz nach meinem Geschmack sein: Die kleine Ruby, die sich so ganz anders verhält und entwickelt als man es allgemein erwartet. Da ich für dieses Thema sensibilisiert bin, hab ich dann natürlich auch umgehend Unheil gewittert.
Durch den ausdrucksstarken Schreibstil der Autorin bin ich direkt tief in die Geschichte eingetaucht und habe sogleich gemerkt, irgendetwas stimmt hier nicht, da kratzt etwas an der Oberfläche. Ich konnte sowohl die Ungeduld nachempfinden, wenn Ruby wieder einmal länger als üblich braucht als auch die innere Zerrissenhrit von Nathalie, die Zweifel und die Hoffnung, die so gut wie jede Mutter hat und kennt, wenn das Kind sich nicht gemäß der allgemeinen Entwicklungsstanards verhält. Nathalie ist eine typische Mutter, die für ihr Kind kämpft und darauf hnweist, dass jedes Kind das Recht hat, sich entsprechend seinem eigenem Tempo zu entwickeln. Ich konnte in Das Aprikosenkind wunderbar zwischen den Zeilen lesen, dort zeigte sich mir ein Hauch von Ironie und Sarkasmus, der bei mir bereits einen Verdacht aufkeimen ließ.
Herausragend empfand ich diese subtile Manipulation, die sich durch die gesamte Handlung zieht, die auch hin und wieder eine unglaubliche Ohnmacht und Hilflosigkeit bei mir auslösen konnte.
Eine Spirale der perfektionierten Manipulation wurde hier in Gang gesetzt, die den Leser fassungslos zurücklässt - Manipulation vom wirklich Allerfeinsten! Wäre das zwar nachvollziehbare Ende nicht so abrupt und überhastet abgehandelt worden, wäre Das Aprikosenkind ein Highlight für mich gewesen.