Ruhiger Psychothriller mit starken Familiendrama-Vibes

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anniii Avatar

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Über Aprikosenkind hatte ich vor dem Lesen bereits sehr unterschiedliche Meinungen gehört. Für mich persönlich hat die Geschichte allerdings sehr gut funktioniert.

Der Schreibstil von Judith Merchant hat mir gefallen und besonders die überwiegende Erzählung aus Nathalies Ich-Perspektive kam mir sehr entgegen. Es war mein erstes Buch der Autorin und ich konnte mich schnell auf ihre Art des Erzählens einlassen.

Die Geschichte baut ihre Spannung eher langsam und unterschwellig auf. Wer einen Thriller erwartet, in dem von Anfang an ein Ereignis das nächste jagt, könnte deshalb möglicherweise etwas Geduld brauchen. Für mich lag der Reiz gerade in der psychologischen Komponente und den Familiendrama-Vibes.

Nathalies Situation konnte ich zudem sehr gut nachempfinden. Da ich selbst ein Kind im Kindergartenalter habe, waren einige Situationen und Gedanken für mich besonders greifbar. Dadurch konnte ich mich wahrscheinlich noch einmal stärker in die Geschichte hineinversetzen.

Neben Nathalies Perspektive gibt es gelegentlich Wechsel und Blicke in die Vergangenheit, die nach und nach weitere Puzzleteile liefern. Gerade die menschlichen Abgründe, die dabei zum Vorschein kommen, fand ich spannend.

Lediglich ein oder zwei Entwicklungen gegen Ende waren mir etwas zu viel. Hier hätte die Geschichte für meinen Geschmack auch mit etwas weniger Zuspitzung funktioniert.

Sehr gelungen finde ich außerdem die Gestaltung des Buches. Sowohl der ungewöhnliche Titel als auch das Cover bekommen im Laufe der Geschichte ihre Bedeutung, was mir richtig gut gefallen hat.

Für mich insgesamt ein gelungener, eher ruhig erzählter Psychothriller, der seine Spannung langsam aufbaut und stark von seinen familiären und psychologischen Komponenten lebt.