Spannung und Nervenkitzel garantiert

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dana09 Avatar

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Von Judith Merchant kenne ich bisher nur Schweig!. Da mich bereits dieser Thriller fasziniert hat, war ich auf „Aprikosenkind“ gespannt. Meine Erwartungen waren dementsprechend hoch – und wurden erfüllt.
Schon das Äußere des Buches ist sehr ansprechend gestaltet. Das ansprechende Cover und der schöne Farbschnitt hinterlassen einen positiven Ersteindruck.
Die Geschichte spielt in dem beschaulichen Kirchbach, einem kleinen Dorf im Westerwald. Für ihre fünfjährige Tochter Ruby, ein absolutes Wunschkind, hat Natalie so einiges aufgegeben und ist mit ihrer kleinen Familie aus Land gezogen. Die vermeintliche Idylle bekommt bald Risse, als plötzlich seltsame unerklärliche Dinge im Haus geschehen. Da sich Ruby eigenartig verhält, keinerlei sozialen Kontakte zulässt und oft in ihrer eigenen Welt lebt, vermutet Natalie schnell einen Zusammenhang. Obwohl die Erzieherinnen im Kindergarten und andere Eltern sie auf das ungewöhnliche Verhalten von Ruby aufmerksam machen, akzeptieren sie und ihr Mann die Andersartigkeit ihrer Tochter und stehen hinter ihr.
Bald kommt die Vermutung auf, dass es in der kleinen Familie doch nicht so harmonisch zugeht wie es scheint. Natalie hat Alpträume, fühlt sich verfolgt und verbirgt offensichtlich einige Geheimnisse aus ihrer Vergangenheit. Auch ihr Mann Gabriel scheint einiges für sich zu behalten. Liegt die Ursache für Rubys Verhalten vielleicht an ihren Eltern?
Von Anfang an hat mich „Aprikosenkind“ in seinen Bann gezogen. Atmosphärisch dicht, tiefgründig und mitreißend ist der Schreibstil. Langsam entwickelt sich die Geschichte einer nicht ganz so heilen Kleinfamilie. Der Autorin gelingt es sehr gut Spannung aufzubauen und durch unerwartete Wendungen zu steigern. Nach und nach fügen sich die einzelnen Puzzleteile zu einem Gesamtbild zusammen. Bis es allerdings so weit ist und alle auftauchenden Fragen beantwortet werden, liegen etliche fesselnde Lesestunden hinter dem Leser.
Die tiefgründigen Charaktere sind gut ausgearbeitet und werden durch bildhafte Beschreibungen zum Leben erweckt. Besonders auf die Darstellung der Protagonistin Natalie wurde viel Wert gelegt. Ihre Ambivalenz und innere Zerrissenheit sind deutlich spürbar.
Die Erzählweise aus verschiedenen Perspektiven hat mir gut gefallen. Auch die Rückblicke in die Vergangenheit sind interessant und tragen zum Verständnis der Geschehnisse bei.
Mit „Aprikosenkind“ hat Judith Merchant erneut einen fesselnden, nervenaufreibenden Psychothriller vorgelegt. Ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen.
Deshalb gibt es von mir die Höchstwertung und eine klare Leseempfehlung für alle, die spannende und komplexe Thriller lieben.