Wenn plötzlich nichts mehr so ist, wie es scheint

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„Aprikosenkind“ von Judith Merchant ist ein psychologischer Thriller, der seine Spannung eher leise und nach und nach aufbaut.
Im Mittelpunkt steht Nathalie, die mit ihrem Mann Gabriel und ihrer Tochter Ruby auf dem Land lebt.
Eigentlich scheint alles perfekt – bis Ruby sich immer merkwürdiger verhält und ein verstörendes Bild malt.
Besonders gut gefallen hat mir die unheimliche Atmosphäre. Immer wieder gibt es kleine Momente, bei denen man denkt: Irgendwas stimmt hier nicht. Gleichzeitig weiß man lange nicht, wem man wirklich vertrauen kann.
Auch Nathalie beginnt an ihrer eigenen Wahrnehmung zu zweifeln, was die Geschichte zusätzlich spannend macht.
Ruby ist dabei eine besonders interessante Figur, weil sie schwer einzuschätzen bleibt.
Auch Nathalies Sorgen und ihre zunehmende Unsicherheit sind gut nachvollziehbar.
Der Schreibstil ist angenehm und flüssig. Die Geschichte lässt sich schnell lesen und schafft es, die Spannung nach und nach zu steigern. Wer allerdings einen actionreichen Thriller erwartet, könnte die eher ruhige Erzählweise stellenweise etwas langsam finden.

Fazit: Ein atmosphärischer und psychologisch spannender Thriller über Familie, Vertrauen und die Frage, wie gut man die Menschen kennt, die einem am nächsten stehen.
Besonders die unheimliche Stimmung und die vielen offenen Fragen machen das Buch lesenswert.