Ein epochaler Rachethriller
Die Einführung des Buches begleitet ein Mädchen bei einer brutalen Prüfung, bei der sie ums Überleben kämpfen muss. Dieser Einstieg gibt dem Leser Rätsel auf und sorgt sofort für einen Spannungsbogen, der fast das komplette Buch über das Niveau hält. Was hat es mit dieser Prüfung auf sich? Eine Sekte, eine paramilitärische Gruppe? Erst spät im Buch erfährt der Leser Näheres. Auch die Identität des Erzählers bleibt lange im Verborgenen. Atemlos verfolgt der Leser die Protagonistin bei ihrem Rachefeldzug. Nur häppchenweise wird ihr Motiv gelüftet. Das erfordert vom Leser etwas Geduld und Aufmerksamkeit. Denn die Erzählebene wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Man lernt die Familie kennen, Verbindungen werden offengelegt und die Komplexität der Geschichte wird durch den Stil des Autors grandios zu einem Teppich der Gefühle, der Gewalt, der Hoffnung und der Konsequenzen des Handels verwoben. Das Buch ist kompromisslos. Die Erzählung ist teilweise brutal und schonungslos, nichts für zartbesaitete Leser. Aber die Gewalt ist ein Schlüssel des Buches, ein fester Bestandteil des Lebens der Asa, die als geheimnisvoller Racheengel wie ein Sturm durch die fast 700 Seiten fegt. Die Seiten fliegen nur so dahin, auch auf den ersten Blick langatmige Erklärungen runden das Ganze ab und sind notwendig, um den ganzen Ablauf einordnen zu können. Zoran Drvenkar springt präzise vor und zurück, lässt die Informationen wie kleine Puzzleteile auf den Leser herabfallen. Allerdings sind manche dieser Teile blutrot gefärbt. Die Anleihe diverser Bücher und Filme ist so raffiniert umgesetzt, dass man es dem Autor nicht übel nimmt. Ein drastisches Buch, ein fesselndes Buch. Ein großartiger Thriller, der den Leser kaum zur Ruhe kommen lässt.
Dies ist eine Privatrezension ohne KI erstellt. Kopie, auch in Teilen, unterliegt dem Urheberrecht.
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