Asa

intensiv

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elohym78 Avatar

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Nach dem Tod ihrer Tochter Kaja, eskaliert die Personenschützerin und Killerin Asa Kolbert völlig. Auf der Suche nach Gerechtigkeit rollt sie die Geschehnisse auf, die sie zu diesem Augenblick führte.

Das Cover zeigt Asa Kolbert. Sie blickt unbeugsam, ungebrochen, eisern auf den Leser von oben herab. Die Haare wirr, der Blick wild, spiegelt sich auf ihrer Haut die unbezähmbare Wildnis. Ich finde dieses Bild sehr gut zu Titel und Inhalt des Buches gewählt, da es die Wildheit und Kraft der Natur, aber auch die von Asa widerspiegelt.

Zoran Drevenkar hat mit Asa einen atmosphärisch dichten, ungewohnt brutalen und von tiefer Rache und Wut geprägten Thriller-Roman geschaffen, der mich tief berührt hat. Auf der einen Seite berührte er mich, auf der anderen Seite ließ er mich vor Aufregung beben, vor Angst schlottern und vor Neugierde Platzen. Kurz, der Autor fesselte mich mit all seiner schriftstellerischen Macht an sein Buch!

Zoran Drevenkar erzählt die Geschichte von Asa, die ihre Tochter verloren hat. Allerdings wird diese Geschichte nicht geradlinig erzählt, sondern driftet nicht nur in der Zeit immer wieder ab, sondern auch von den Protagonisten. Mal aus der Perspektive, mal aus jener, aber stets von Gewalt und Angst geprägt. Die Gräueltaten des Ersten und des Zweiten Weltkrieges, die der Familie Kolbert angetan wurden, werden hier ebenso aufgearbeitet, wie aktuelle Geschehnisse und wie die Vergangenheit in die Zukunft spielt. Die Geschehnisse der Vergangenheit werfen ihre Schatten voraus und verbinden sich mit der Zukunft.

Ich finde den Erzählstil gewagt interessant und musste mich erst hineinfinden. Denn alles wird aus der Sicht von Jasper, Asas Ehemann berichtet. Und er scheint die Geschichte Asa zu erzählen, was mir persönlich manchmal das Folgen etwas schwer gemacht hat. Zudem wird die wörtliche Rede nicht mit Anführungszeichen begonnen, sondern stets mit einem Bindestrich, so dass mir hin und wieder entging, wenn einer redete, oder auch die Rede längst vorbei war.
Das Buch lebt eindeutig durch seine Charaktere. Stark, authentisch und unbeugsam ist jeder einzelne von ihnen. Obwohl zu Beginn stets Weichheit und Liebe stehen, werden die Menschen oft von ihren Leben geprägt; und das nicht immer zum Guten.

Asa ist ein wunderbar starkes und intensives Buch, das mich von der ersten Seite an begeistert hat!