Schöner Reihenauftakt mit Magie

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Das Cover hat mich direkt neugierig gemacht. Die vielen Blautöne, der Vollmond und das geheimnisvolle Internat vermitteln sofort eine besondere Stimmung. Nicky ist von hinten auf ihrem Weg zur Academy zu sehen, während zwei Wasserspeier mit ihren langen Krallen sie beobachten. Besonders der pinkfarbene, magisch wirkende Weg mit den weißen Wirbeln ist ein schöner Kontrast zu der ansonsten eher düsteren Gestaltung. Für mich passt das Cover sehr gut zur Geschichte.

Nicky bekommt überraschend ein Stipendium für die Elite-Academy Ashfield. Für sie ist das eine große Chance, denn ihre Familie kann sich das Leben an einem solchen Internat eigentlich nicht leisten. Schon bei ihrer Ankunft merkt sie allerdings, dass sie nicht so recht in diese Welt zu passen scheint. Viele der anderen Schülerinnen und Schüler kommen aus wohlhabenden Familien und Nicky fühlt sich dadurch schnell als Außenseiterin. Gerade deshalb konnte ich gut nachvollziehen, warum sie sich über die scheinbare Freundlichkeit von Ben, Reggy und Sunita freut. Zunächst hat sie das Gefühl, endlich Anschluss gefunden zu haben. Doch ziemlich schnell wird klar, dass hinter deren Verhalten nicht unbedingt nur gute Absichten stecken. Zum Glück findet Nicky auch echte Freunde. Gemeinsam mit Agatha, Pauly und Shu beginnt sie, den Geheimnissen der Academy auf den Grund zu gehen. Immer wieder stoßen die vier auf neue Hinweise und Rätsel um den verschollenen Mitschüler Oliver und merken immer mehr, dass sie selbst viel stärker in die geheimnisvollen Ereignisse verwickelt werden. Nicky war mir dabei schnell sympathisch. Besonders schön fand ich, wie sie mit ihren Freunden umgeht. Sie ist für sie da, macht ihnen Mut und versucht, niemanden zurückzulassen. Die Freundschaft der vier untereinander hat mir gut gefallen. Sie haben unterschiedliche Stärken und Schwächen und müssen erst lernen, miteinander klarzukommen. Besonders positiv ist mir der Umgang mit Pauly aufgefallen. Die anderen achten darauf, dass sie mit ihrem Rollstuhl überall dabei sein kann und lassen sie auch in schwierigen Situationen nicht außen vor. Allerdings störte mich etwas der Umgangston. Er war mir teilweise zu rau. Einige Sprüche und Kommentare empfand ich als verletzend. Gerade weil die Freundschaft der Gruppe so eine wichtige Rolle spielt, hätte ich mir an manchen Stellen etwas mehr Feingefühl gewünscht. Sehr gut gefallen hat mir dagegen die Atmosphäre des Buches. Schon zu Beginn ist alles von einer regnerischen, etwas düsteren Stimmung begleitet. Die Academy selbst wirkt geheimnisvoll und teilweise sogar ein bisschen unheimlich. Humorvolle und leichtere Momente sind jedoch auch vorhanden und hellten die Story auf. Bei einer magischen Academy hätte ich mir allerdings noch etwas mehr Magie gewünscht. Vor allem im Unterricht hätte für meinen Geschmack mehr passieren dürfen. Auch die Academy selbst hätte ich gerne noch genauer kennengelernt. Zwar wird sie geheimnisvoll beschrieben, aber mir fehlten teilweise die Details, um sie wirklich vor Augen zu haben und mich dort selbst zurechtzufinden. Bei den Charakteren hätte ich mir stellenweise mehr Tiefe gewünscht. Die Figuren sind unterschiedlich und wirken grundsätzlich authentisch, trotzdem hätte ich gerne noch mehr über einige von ihnen erfahren. Diejenigen, die mehr über die Geheimnisse der Academy wissen, hätten mehr von ihrem Wissen preisgeben müssen. So sind Nicky und ihre Freunde bei ihrer Suche oft ziemlich auf sich allein gestellt. Der Schreibstil von Sophie Oldenstein hat mir gut gefallen. Er ist flüssig, angenehm und leicht zu lesen. Die Geschichte wird aus Nickys Sicht erzählt. Die Rätsel und die kleinen Hinweise haben dafür gesorgt, dass ich wissen wollte, was dahintersteckt und wie es weitergeht. An einigen Stellen ging mir die Handlung allerdings etwas zu schnell. Manche Ereignisse hätten für meinen Geschmack mehr Raum bekommen können. Dadurch hätten bestimmte Charaktere und Situationen noch mehr Tiefe bekommen. Trotzdem hat mich die Geschichte insgesamt gut unterhalten. Band 1 ist ein schöner Auftakt in eine geheimnisvolle Fantasywelt. Am Ende bleiben noch einige Fragen offen, was neugierig auf die Fortsetzung macht. Geeignet für alle, die geheimnisvolle Internate, Freundschaft, Rätsel und ein bisschen Magie mögen. Mein Lieblingssetting lag eindeutig bei Norman und seiner heißen Schokolade mit Pip und Padraig.