Solider Roman

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sofie Avatar

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"Man konnte sein ganzes Leben lang an seiner Persönlichkeit arbeiten - lernen, wozu man Lust hatte, interessante Seiten an sich selbst entdecken, einem bestimmten Vorbild nacheifern -, und dann heiratete man einen Mann und plötzlich verdrängten seine Persönlichkeit, seine Wünsche, seine Ideale die eigenen?"

Joan Goodwin ist Astronomin und bewirbt sich als eine der ersten Frauen in den USA bei der NASA als Astronautin. In "Atmosphere" beschreibt Taylor Jenkins Reid Joans Weg ins All und vor allem ihre Beziehungen zu den anderen angegenden Astronauten, wobei eine eine ganz besondere Stellung einnimmt. Dabei wird die Frage, wie die weiblichen Pionierinnen der Raumfahrt behandelt werden und vor welchen besonderen Herausforderungen sie stehen immer wieder Thema. Daneben geht es auch um Joans Beziehung zu ihrer Nichte Frances.
Die Autorin erzählt weitestgehend chronologisch, wobei immer wieder zu einer gefährlichen Situation im Jahr 1984 und deren Lösung in die Zukunft geschaut wird. Das macht den Plot spannender, der ansonsten meiner Meinung nach gerade im Mittelteil ein paar Längen hat.
Besonders gut gefallen hat mir die Darstellung der Beziehung zu ihrer Nichte Frances. Die Wärme und Liebe, die sie ihr gegenüber empfindet, kommt wunderbar heraus. Nur mit der Rollenverteilung "gut" und "böse" in Joans Familie macht sich die Autorin es manchmal zu einfach.
Ein weiterer Pluspunkt ist die Diskussion rund um das Thema Frauen in Männerdömänen. Hier spricht Jenkins Reid wichtige Punkte an und macht gekonnt auf Probleme aufmerksam. Aber auch in diesem Fall sind die guten und schlechten Rollen wieder recht klar verteilt, ein paar Zwischentöne hätten dem Ganzen etwas mehr Tiefe verliehen.
Insgesamt liest sich "Atmosphere" gut weg und erreicht wohl genau das, was es erreichen will. Wegen ein paar Längen und einigen Klischees ziehe ich einen Stern ab.