Sehnsuchtsvoll, leise, befreiend

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Das Cover von Au revoir und tschüss strahlt auf den ersten Blick sommerliche Wärme aus, trägt aber zugleich eine feine Melancholie in sich. Die hellen Farben, das weiche Motiv und der französische Klang des Titels wecken sofort die Ahnung von Abschied, Aufbruch und einem Leben, das noch einmal neu beginnen darf.
Die Leseprobe hat mich auf eine stille, aber sehr wirkungsvolle Weise berührt. Gudrun Lochte erzählt mit einem klaren Blick für die kleinen Zumutungen des Alltags: ein klingelndes Handy, ein hastig organisierter Abend, ein Mann, der seine Frau wie selbstverständlich einplant. Gerade diese scheinbar unspektakulären Szenen machen Caros innere Müdigkeit so spürbar. Man merkt schnell, dass sie nicht nur erschöpft ist, sondern sich in ihrer Ehe zunehmend unsichtbar fühlt.
Der Spannungsaufbau ist angenehm subtil. Es braucht keinen lauten Knall, denn die eigentliche Spannung liegt in Caros wachsendem Bewusstsein dafür, dass sie sich selbst viel zu lange zurückgenommen hat. Besonders schön sind die leisen Sehnsuchtsmomente: ihre Liebe zu Frankreich, zur Kunst, zum Garten – all das deutet an, dass in ihr noch viel Lebendigkeit wartet.
Ich würde das Buch sehr gerne weiterlesen, weil die Leseprobe einen feinfühligen Roman über Selbstfindung, späte Entscheidungen und den Mut zum eigenen Glück verspricht