Wenn Nähe fremd wird
Die Leseprobe hat bei mir ein sehr realistisches, fast unangenehm ehrliches Gefühl hinterlassen. Ich war sofort in dieser stillen Spannung zwischen Alltag, innerer Erschöpfung und unausgesprochenen Konflikten gefangen. Besonders berührt hat mich, wie subtil sich das Gefühl von Distanz in der Beziehung entwickelt – nicht durch große Dramen, sondern durch kleine, alltägliche Momente, die sich nach und nach auftürmen. Caros Perspektive wirkt sehr greifbar, ihre Gedanken sind nachvollziehbar und oft leise schmerzhaft, weil man spürt, wie viel sie schluckt. Gleichzeitig liegt über allem eine ruhige, fast sommerlich-leichte Atmosphäre, die im Kontrast zu ihrer inneren Unruhe steht. Das macht den Text für mich sehr intensiv und emotional dicht, ohne laut zu sein.