Zwischen Lavendelträumen und Ehealltag: Caros Aufbruch nach Südfrankreich

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davina Avatar

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Der Einstieg in Gudrun Lochtes Roman „Au revoir und Tschüss“ hat mir sehr gut gefallen, da er unmittelbar ein vertrautes, fast schon beklemmendes Alltagsszenario entwirft. Man begleitet Caro, die nach einem langen Arbeitstag in der Bibliothek zwischen hektischem Handyklingeln und familiären Pflichten feststeckt. Die Dynamik zwischen ihr und ihrem Mann Holger wird sofort spürbar: Er ist ein karrierefixierter Mann, der seine Frau vor vollendete Tatsachen stellt, während sie sich in ihrem eigenen Leben zunehmend unsichtbar fühlt.

Die Sprache ist klar, flüssig und angenehm bodenständig. Lochte nutzt anschauliche Beschreibungen, um Caros Innenwelt und ihren Frust greifbar zu machen – etwa wenn ihr Magen sich bei Holgers Anruf „zu einem Kloß“ zusammenzieht oder sie missmutig auf das durch den Hund Toni verursachte Lebensmittel-Chaos starrt. Der Schreibstil schafft eine gute Balance zwischen humorvollen Momenten (wie dem Labrador Toni, der die Gäste bezirzt) und der spürbaren Melancholie einer festgefahrenen Ehe.

Nach der Leseprobe ist mein Interesse definitiv geweckt. Besonders der Kontrast zwischen Caros aktuellem Leben und den Andeutungen im Klappentext – eine Reise nach Uzès in Südfrankreich – macht neugierig. Ich möchte wissen, wie Caro den Mut aufbringt, aus dem starren Korsett ihrer Ehe auszubrechen, um sich im Licht der Provence neu zu entdecken. Die Leseprobe endet mit einem wunderbaren Vorgeschmack auf französische Lebensart, der Lust in Kombination mit dem wunderschönen Cover auf mehr macht.