Atmosphäre pur

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duckyputz Avatar

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„Au revoir und tschüss“ erzählt von Caro, die im südfranzösischen Uzès einen Sommer ohne ihre Familie verbringt. Die vertraute Umgebung wird für sie zur Bühne einer persönlichen Standortbestimmung: Sie muss sich mit einem festgefahrenen Leben, alten Verletzungen und der Frage auseinandersetzen, wie es weitergehen soll. Begegnungen mit Menschen vor Ort stoßen diesen Prozess an und führen sie Stück für Stück zu mehr Klarheit und Zuversicht.
Die Geschichte beginnt eher schwer und beklommen, gewinnt aber zunehmend an Leichtigkeit. Das funktioniert gut, weil die Autorin nicht auf große dramatische Wendungen setzt, sondern die Entwicklung der Hauptfigur in kleinen, nachvollziehbaren Schritten zeigt.
Was das Buch trägt, ist die Atmosphäre. Uzès wird so beschrieben, dass man die Hitze, die Märkte und das Essen fast mitbekommt, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Auch sprachlich bleibt der Roman zurückhaltend: keine übertriebene Dramatik, keine Kitschformeln, sondern ein ruhiger, bildhafter Ton, der zur Figur passt.
Die Aufmachung des Buches ist ebenfalls gelungen. Schnitt und Gestaltung im Innenteil sind liebevoll umgesetzt und passen thematisch zum Inhalt, was beim Lesen zusätzlich Spaß macht.
Kleinere Schwächen gibt es bei einigen Nebenfiguren, die nicht alle gleich viel Tiefe bekommen und teils etwas funktional wirken, vor allem dort, wo sie offensichtlich als Auslöser für Caros Erkenntnisse dienen. Wer sehr ereignisreiche Handlung erwartet, könnte das Tempo streckenweise als ruhig empfinden.
Insgesamt ein angenehmer, atmosphärisch dichter Roman über Neuanfang und Selbstfindung, der sich besonders für ruhige Lesestunden im Sommer eignet.