Auf der Suche nach sich selbst

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
bücherwurm<3 Avatar

Von

Au revoir und Tschüss ist ein Buch von Gudrun Lochte und beinhaltet 320 Seiten. Es ist ein Hardcover mit Farbschnitt, mit passendem Lesezeichen und einer Postkarte als Goodie. Auf dem Cover ist eine Frau abgebildet, ich vermute, es ist die Protagonistin Caro. Optisch gefällt mir das Buch sehr. Auch der Klappentext hat mich neugierig auf die Geschichte gemacht.
Von der Geschichte selbst wurde ich nicht enttäuscht, bin positiv überrascht. Der Schreibstil ist leicht, locker, flüssig und sehr warmherzig. Vieles ist sehr bildhaft und sehr detalliert dargestellt, was mir gut gefallen hat. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, strahlen viel Selbstbewusstsein aus, sie wirken auf den Leser authentisch und lebensecht. Die Autorin schreibt vom Loslassen und einem leisen Neuanfang. Und jede und jeder von uns hat sich schon mal in solch einer Situation befunden, musste entsprechend reagieren und sie irgendwie auf eigene Art und Weise meistern. Es ist sehr persönlich, fast intim. Die eigenen Gedanken und Wünsche laut zu äußern und sie mit fremden Menschen zu teilen, weil
man mit der eigenen Familie das nicht mehr kann oder möchte.
Die Protagonistin Caro ist 45 Jahre alt und sie erlebt es gerade so. Sie fühlt sich in ihrem Haus gefangen, ihr Mann Holger arbeitet nicht gerade wenig, auch Caro ist mit ihrem Job und Muttersein erfüllt. Gemeinsame Freizeit ist zum Fremdwort geworden. Caro vertraut ihrer Freundin Holly, dass sie noch mehr vom Leben erwartet. Sie begibt sich auf eine 4 wöchige Sprachreise nach Frankreich. Holger ist nicht so begeistert, versucht sie zu bremsen, aber ohne Erfolg. Caro organisiert sich alles, fährt mit dem Zug, macht 2 Tage lang einen Zwischenstopp in Paris. Im Zug begegnet sie einem jungen Mann mit Rucksack. In Paris angekommen, genießt sie die Stadt der Liebe auf ihre Art. Sie verweilt an Orten, wo sie meint, es ist nötig, atmet die Stadtluft, genießt den Kaffee. Es kommt zum Zwischenfall, ihre Tasche wird ihr geklaut, jemand fängt den Dieb und sie bekommt ihre Tasche wieder. Der Held ist der Mann mit Rucksack... Ein Zufall... In Uzes angekommen, macht Caro grosse Augen, der Lehrer ist der junge Mann aus dem Zug. Erneut ein Zufall... Sie treffen sich immer wieder, führen Gespräche, kommen sich näher. Für Caro ist das eine besondere Erfahrung. Sie begegnet Einheimischen und begibt sich auf die Suche nach sich selbst.
Das Ende fand ich sehr gelungen, es hat mir gut gefallen. Es ist ein besonderer Roman, der zum Nachdenken anregt und, der nicht nur im Sommer gelesen werden sollte. Von mir bekommt dieses Buch 4 Sterne und eine Weiterempfehlung.