Caro bricht aus

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
ele Avatar

Von

Au revoir und tschüss, Roman von Gudrun Lochte, 320 Seiten, Vani Verlag.
Manchmal muss man erst gehen um anzukommen.
In Caros und Holgers Ehe läuft es nicht mehr so richtig, sie haben sich auseinandergelebt. Deshalb kommt Caro auf die Idee einmal etwas für sich zu tun. Eingelaufene Wege zu verlassen, etwas Neues beginnen. Und so bucht sie einen Sprachkurs, gegen den Willen ihres Mannes, vier Wochen alleine in Südfrankreich. Dort findet sie eine neue Leichtigkeit, neue Herausforderungen und Menschen die eine andere Sicht auf das Leben haben. Auch einen Menschen der ihr Herz höherschlagen lässt. Reicht das alles für einen Neuanfang?
Das Buch ist in 43 Kapitel aufgeteilt. Die Erzählung erscheint aus der Sicht der Protagonistin, deshalb fühlt sich der Leser auch mittendrin im Geschehen. Die Autorin erzählt ihre Geschichte flüssig und interessant, obwohl es keine besonders erschütternden Szenen gibt, fühlte ich mich von der Story ab der ersten Seite an mitgenommen. Immer wieder war ich erstaunt, wie mühelos und wie von selbst sich das Buch gelesen hat. Eine ganz besondere Leichtigkeit die mich erfasst hat. Manchmal konnte ich Parallelen zu meinem Leben entdecken. Gerne hätte ich soviel Mut wie Caro gehabt um einmal komplett auszusteigen, etwas nur für mich zu tun. Ich habe Caro bewundert, ihr gerne dabei zugesehen wie sie immer selbstbewusster und selbstbestimmter ihr Leben in Angriff nimmt und einen Plan für ein neues Lebensmodell entwirft. Mitreißende spannende Szenen habe ich keine entdeckt. Das Intermezzo in Paris mit Ada hätte ich nicht gebraucht, etwas mehr Information über die anderen Figuren z.B. Holly habe ich vermisst.
Gut gefallen hat mir die bildhafte Beschreibung des Settings, zu jeder Zeit ist dem Leser bewusst wo er sich befindet, die Tage in Paris und besonders in Uzès, ich bin mit Caro über den Place aux Herbes gelaufen, habe die Kräuter gerochen und den Wein geschmeckt, das leckere französische Gebäck genossen. Und dazwischen immer wieder französische Phrasen, das französische Lebensgefühl war richtig greifbar, das hat Gudrun Lochte wirklich reell dargestellt.
Die Figuren sind echt, sie handeln nachvollziehbar und glaubhaft. Die Protagonistin hat eine echte Entwicklung geschafft. Mir hat es gefallen sie dabei zu begleiten. Ein Buch wie für den Urlaub gemacht. Für alle die die französische Lebensart mögen, ein wenig hat mich der Roman hauptsächlich am Anfang, an das Buch Bonjour Agneta erinnert.
4 Sterne