Caro zeigt uns den Weg
Caro will raus aus dem Hamsterrad des Alltags. Sie ist 45 Jahre alt und seit 21 Jahren mit Holger verheiratet. Seine Ignoranz und Gleichgültigkeit sind demütigend, man kann es nicht anders sagen, sie haben sich auseinandergelebt. Die beiden Söhne sind erwachsen und gehen eigene Wege. Der Halbtagsjob füllt sie nicht aus. Caro beschließt, ihre französischen Sprachkenntnisse zu verbessern und bucht spontan einen vierwöchigen Sprachkurs in Südfrankreich. Die beste Entscheidung ihres Lebens, wie sie schon nach kurzer Zeit feststellen wird. Dort erhält sie die Wertschätzung, die sie so lange vermisst hat und lebensveränderene Einschnitte folgen. Was für einen wundervollen Roman Gudrun Lochte uns mit dieser Geschichte geschenkt hat, spürt man von Beginn an. Ein wahrer Page Turner, dem man nicht mehr aus der Hand zu legen mag. Ein Roman wie eine eigene Reise nach Südfrankreich. Mit jeder Seite, die ich gelesen habe, hatte ich das Gefühl, Caro nah zu sein. Ich habe die Orte vor mir gesehen, die Wärme auf der Haut gespürt, die Stimmen und Geräusche im Ohr gehabt und mir die Gerüche vorstellen können. Mehr geht einfach nicht. Ich habe mich rundum wohl gefühlt und war ein bisschen traurig, dass die Reise nach 320 Seiten leider schon vorbei war. Ich hätte noch ewig weiterlesen können. Die sympathische Protagonistin Caro ist so authentisch abgebildet, dass sie wie eine gute Freundin daherkommt. Steckt nicht in vielen von uns ein bisschen Caro? Der Roman regt wirklich zum Nachdenken an und ich habe mich dabei ertappt, dass eigne Leben zu überdenken. Wenn es doch immer so einfach wäre, über seinen Schatten zu springen und etwas Neues zu wagen. Caro zeigt uns, dass man keine Angst vor Abschied und Neuanfang haben muss. Wie schön, das am Ende des Buches noch Platz für zwei Rezepte war. Selbstverständlich werden diese zur Anwendung kommen und mich somit immer an diesen gefühlvollen Roman und eine tolle Lesezeit erinnern.