Ein tolles Buch – inhaltlich und optisch!

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Ich finde das Cover von „Au Revoir und Tschüss“ von Gudrun Lochte sehr ansprechend und wunderschön. Eigentlich ist ja gar nicht so viel zu sehen, aber der teilweise dargestellte Frauenkörper in dem weißen Sommerkleid strahlt für mich ein Gefühl von sommerlicher Leichtigkeit und Nähe aus. Zudem gefallen mir dir Farben sehr und ich finde die Gestaltung insgesamt sehr gelungen. Doch auch das Buch überhaupt ist wirklich eine Augenweise. Nimmt man den Schutzumschlag ab, so erwartet uns LeserInnen ein weiteres, ähnliches, aber doch verändertes Bild auf dem Buchumschlag und ganz begeistert war ich auch von einer durchscheinenden Seite in der Mitte des Buches, die ein sehr ansprechendes Bild zeigt und das Buch noch weiter aufwertet. Nicht zu vergessen ist, dass es auch noch mit Farbschnitt ausgestattet und somit ein attraktives und hochwertiges Gesamtpaket ist.

Und auch die Geschichte hat mich absolut überzeugt. Sie erzählt von Caro, die sich selbst im Trubel des Familienalltags immer mehr verloren hat und die von ihrem Mann und den Söhnen mehr als Haushälterin, denn als Persönlichkeit verstanden wird. Doch dann bricht sie mutig aus der Routine aus und geht nach Frankreich, um einen Sprachkurs zu machen. Wir dürfen sie dort hin begleiten und mit ihr den französischen Süden erkunden, Menschen kennen lernen und ein neues Lebensgefühl finden, in dem Caro auch ihre eigene Stimme wieder zu hören beginnt…

Gudrun Lochte hat mit diesem Buch eine Geschichte geschrieben, die mich vor allem von Anfang an hat mitfühlen lassen. Ich konnte ohne Fremdheitsphase gleich ins Geschehen einsteigen und habe mich Caro sofort sehr nahe gefühlt. Ich habe sie sehr schnell in mein Herz geschlossen und bin unglaublich gerne mit ihr ausgebrochen sowie verreist, doch am allerschönsten war es für mich, dass ich ihre Entwicklung mit verfolgen durfte. Diese ist für meinen Geschmack stimmig und authentisch geschildert, so dass mich diese mit allem Hadern, Zaudern und Freuen wirklich berührt hat.

Der Text liest sich zudem sehr leicht und flüssig, so dass ich regelrecht durch die Seiten geflogen bin und ich wollte Caros Geschichte gar nicht mehr aus der Hand legen, nachdem ich einmal eingetaucht war. „Ein Roman über Sommerlicht und Schatten, über das Gehen und Bleiben – und über die leisen Zwischentöne des Lebens“ steht hinten auf dem Buch und diese Zusammenfassung fängt das Gefühl beim Lesen für mich hervorragend ein. Es gibt nicht die großen Aktionen, Dramen und Spannungen, wohl aber all die Facetten eines Lebens, einer Familienkonstellation und einer langjährigen Ehe. Eben die leisen und eher kleinen Dinge, die uns aber allen mehr oder weniger vertraut sind und die wir als LeserInnen daher auch wunderbar nachfühlen und uns einfinden können. An mancher Stelle hat mich das Buch zum Nachdenken angeregt und es macht Mut – Mut sich selber anzuhören, seine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen und Mut, die Dinge zu verändern, die nicht mehr passen.

Ernsthafte Auseinandersetzung mit sich selbst und dem Leben, federleichte Sommertage in Frankreich und eine tolle Mischung aus all den Möglichkeiten des Daseins. Für mich ist dieses Buch inhaltlich wie optisch wirklich ein Highlight, denn es hat mich berührt und mir eine tolle Lesezeit geschenkt. Daher empfehle ich es von Herzen gerne all jenen LeserInnen, die Lust auf einen Neuanfang und all das haben, was damit einher geht – viel Freude in Frankreich!