Ganz nett

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Au revoir und tschüss von Gudrun Lochte kommt mit einem schönen, sommerlichen Cover daher. Der Titel selbst passt zum Inhalt, da die Protagonistin sich spontan entschließt ohne Rücksprache mit ihrem Mann einen Sprachkurs in Frankreich zu absolvieren. Genug von der unbezahlten und ungedankten Care-Arbeit beschließt sie sich hiermit einen lang gehegten Traum zu erfüllen und dem tristen Alltag zu entfliehen, denn insbesondere die Ehe mit Holger ist schon lange nicht mehr so rosig. Da kommt die Ablenkung gerade recht.
Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und der Roman lässt sich super lesen. Allerdings bin ich mit der seichten Geschichte und der Protagonistin nicht so ganz warm geworden. Insgesamt ist mir vieles etwas zu oberflächlich gehalten, auch wenn man Einblicke in das Gefühlsleben von Caro bekommt, erscheint mir auch dies stellenweise lediglich angerissen zu sein. Ich hatte sehr schnell das Gefühl, dass Caro bereits mit ihrem bisherigen Leben, insb. mit der Ehe mit Holger, abgeschlossen hat, denn ihre Gewissenkonflikte und ihre Art Dinge auszublenden waren für mich schlichtweg zu kurz gefasst. Caros Selbstfindungsreise ist zwar nett erzählt, plätschert aber mehr so dahin.
Für mich daher leider eher die Kategorie kann man machen, muss man aber nicht. Finde gerade in dem Bereich der Selbstfindung und Ausbruch aus dem tristen bzw. festgefahrenen Alltag oder gar Ehe gibt es meines Erachtens besser umgestetze Geschichten, in denen man mehr mit den Charakteren mitfühlt. Das blieb bei mir hier eher aus.
Schön fand ich, dass am Ende noch zwei Lieblingsrezepte der Charaktere aufgenommen wurden.