Selbstfindung in Frankreich, leider mit wenig Flair.

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"Schade. Ich habe gehofft, du freust dich mit mir. Wir sehen uns in vier Wochen. Au revoir und tschüss."
Nach dem Schreiben dieser Nachricht verlässt Caro das Haus, um sich endlich ihren großen Traum von einer Sprachreise in Frankreich zu erfüllen. Sie ist Mitte Vierzig, kümmert sich um Haus, Mann, Hund und Garten, dazu einen kleinen Nebenjob, aber was bleibt am Ende für sie selbst übrig? War das wirklich schon alles? Ihre Söhne sind groß, und ihr Mann Holger wird es wohl auch mal vier Wochen ohne sie aushalten, auch wenn er nicht begeistert von ihren Plänen ist.
In Frankreich lernt sie nicht nur Land und Leute kennen, sondern auch ein Stück weit wieder sich selbst.
Das schön gestaltete Cover hat mich sehr neugierig gemacht, und ich habe mich sehr auf dieses Buch gefreut, Frankreich-Flair, Selbstfindung ...
Aber irgendwie hat es zwischen "Au revoir und tschüss" und mir nicht so ganz funken wollen. Ich finde, das Cover verspricht keinen leichten Frauenroman, sondern eher etwas zum Nachdenken, Einfühlen. Diese Erwartung hat sich für mich nicht erfüllt.
Die Sprache wirkt einfach, manchmal fast eintönig erzählt. Obwohl wir wunderschöne Orte besuchen, wie eine Kräutermanufaktur, einen Olivenhain, kam irgendwie kein Flair bei mir an.
Leider bleibt auch Holger sehr flach. Ja, wir erleben, dass er sich bei Caros Eröffnung, für vier Wochen nach Frankreich zu gehen, überrumpelt fühlt und etwas daneben benimmt. Aber ehrlich, Caros Timing war aber auch gänzlich schlecht. Für mich blieb der Eindruck, dass sie ihn ohnehin außen vor gelassen hat und er bei einem ordentlichen, ruhigen Gespräch über ihre Pläne die Gelegenheit gehabt hätte, angemessen zu reagieren. So blieb die Dynamik zwischen Caro und Holger unnötig angespannt. Klar, damit die Geschichte auch ihren Lauf nehmen kann wie geplant, aber für mich war es nicht stimmig.
Versteht mich nicht falsch, ich mag Midlife-Crisis-Romane, Selbstfindung, das Suchen nach Mehr. Ich habe vollstes Verständnis, einer Auszeit/eines Schlussstrichs einer ungesunden Beziehung und ich will bestimmt nicht das unpassende Verhalten eines Mannes erklären. Nur kam Holger so wenig bei mir an, und das auch noch sehr widersprüchlich, dass ich nicht das Gefühl habe, beurteilen zu können, wie er ist. Und dadurch blieb mir Caros Verhalten ihm gegenüber unverständlich.
Auch andere Begegnungen - wie mit der wunderbaren Ada - hatten Potential, aber die Stimmung kam bei mir nicht richtig an und so war mir nicht klar, wie und wodurch schnell eine starke Verbindung zwischen den Frauen zustande kam.
Fazit:
Selbstfindung in Frankreich, leider mit wenig Flair.