Sommerlich leicht

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Der Roman erzählt die Geschichte von Caro, einer 45-jährigen Frau, die mit ihrem Ehemann Holger und ihren zwei Söhnen ein routiniertes und eingefahrenes Leben führt. Die Söhne sind inzwischen eigentlich schon selbstständig, erfreuen sich aber weiterhin über Hotel Mama. Auch in der Ehe hat der Alltag übernommen und es kriselt gewaltig. Caro fühlt sich mehr und mehr fremdbestimmt und hat das Gefühl, auf der Strecke geblieben zu sein. Wer ist sie eigentlich noch?
Da kommt in ihr ein alter Wunsch wieder auf: ein Sprachurlaub in Südfrankreich. Kurzentschlossen setzt sie diesen Plan in die Tat um, diesmal lässt sie sich nicht von ihrem Mann aufhalten.

Optisch ist das Buch ein echtes Highlight: Das liebevoll gestaltete Hardcover mit Farbschnitt, Lesebändchen und einer zarten, transparenten Illustration im Inneren macht viel her. Auch das Setting in Südfrankreich ist atmosphärisch beschrieben und weckt sofort Urlaubsgefühle.

Der Schreibstil ist leicht, flüssig und angenehm zu lesen, wodurch sich das Buch schnell weglesen lässt, ideal also als Urlaubslektüre. Die Figuren sind sympathisch, bleiben jedoch eher schlicht gehalten. Genau darin liegt auch der Schwachpunkt für mich. Sowohl Charaktere als auch Handlung wirken häufig oberflächlich und klischeehaft. Die emotionale Tiefe bleibt meist aus, obwohl die geschilderten Situationen durchaus Potenzial dafür bieten würden.

Die Grundidee der Geschichte bietet viel Raum für Entwicklung, insbesondere Caros Wunsch nach Veränderung und Selbstfindung. Dennoch gelingt es dem Roman nur bedingt, diese Themen wirklich tiefgründig zu behandeln.

Insgesamt ist der Roman eine leichte, unkomplizierte Sommerlektüre, die vor allem durch ihre schöne Gestaltung und das atmosphärische Setting überzeugt. Wer eine locker zu lesende, sommerliche Geschichte sucht, wird hier gut unterhalten, wer jedoch mehr Tiefe und überraschende Wendungen erwartet, könnte enttäuscht werden.