Viel Flair, wenig Tiefe
„Au revoir und tschüss“ ist für mich ein Roman, der vor allem über seine Atmosphäre und seine liebevolle Gestaltung wirkt. Der Schauplatz in Südfrankreich, die sommerliche Stimmung und die wunderschöne Ausstattung machen das Buch zu einem echten Hingucker. Inhaltlich bleibt die Geschichte aus meiner Sicht jedoch eher leicht und überschaubar.
Gudrun Lochte erzählt von einer Frau, die nach vielen Jahren des Funktionierens an einen Punkt kommt, an dem sie ihr Leben neu betrachten muss. Im Mittelpunkt steht Caro, die seit über zwanzig Jahren in einer Ehe und einem Familienalltag feststeckt, der von Routinen, Verantwortlichkeiten und stiller Selbstaufgabe geprägt ist. Als sich die Möglichkeit einer Sprachreise nach Frankreich ergibt, wird daraus mehr als nur ein Ortswechsel - es ist der vorsichtige Beginn eines inneren Aufbruchs.
Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, wie erschöpft und unzufrieden Caro in ihrem Leben geworden ist. Sie hält den Alltag zusammen, kümmert sich um Haushalt, Familie und all die kleinen und großen Aufgaben, die oft unsichtbar bleiben und doch alles tragen. Diese Ausgangslage war für mich sehr nachvollziehbar und kommt sicherlich auch vielen anderen vielen Leserinnen bekannt vor. Gudrun Lochte greift damit Themen wie Mental Load, Selbstverlust und weibliche Überforderung auf, ohne sie allzu laut auszubuchstabieren.
Sehr gelungen fand ich die Atmosphäre des Romans. Die französische Kulisse, die Begegnungen vor Ort und die leisen Momente des Innehaltens verleihen der Geschichte Wärme und einen spürbaren Reiz. In Frankreich gewinnt Caro erstmals seit langer Zeit Abstand zu ihrem gewohnten Leben und damit auch die Möglichkeit, wieder auf die eigenen Wünsche zu hören. Diese Passagen gehören zu den stärkeren des Buches, weil hier tatsächlich etwas von Aufbruch, Sehnsucht und neuer innerer Bewegung spürbar wird.
Inhaltlich bleibt der Roman aus meiner Sicht sehr zurückhaltend. So überzeugt es mich nicht, dass Caros Selbstfindung zeitweise über die Begegnung mit einem anderen Mann zugespitzt wird. Hier hätte ich mir gewünscht, dass der Roman stärker bei Caros eigenem inneren Prozess bleibt. Gerade weil die Geschichte dann am stärksten ist, wenn sie von Selbstbehauptung, neuen Möglichkeiten und leiser Emanzipation erzählt, wirkt diese Wendung für mich eher entbehrlich. Am Ende werden die entscheidenden Konflikte vergleichsweise rasch aufgelöst, sodass der emotionale Kern des Romans am Schluss keine Tiefe entfalten kann. Auch wirkt Caro viel älter als sie mit 45 eigentlich ist. Die kurzen, sprachlich sehr einfachen Sätze tragen zur trivialen Wirkung bei, es fehlt nicht nur Tiefgang in der Geschichte sondern auch in den Dialogen, die Charaktere bleiben flach und farblos. Viele Belanglosigkeiten könnten problemlos gestrichen werden.
Trotzdem hat „Au revoir und tschüss“ seine Qualitäten: als Unterhaltungsroman über Aufbruch, Überforderung und den Wunsch, sich selbst nicht ganz zu verlieren. Besonders die liebevolle Gestaltung und die schöne Aufmachung des Buches unterstreichen diesen Eindruck zusätzlich. Inhaltlich hätte ich mir allerdings mehr Substanz und erzählerische Tiefe gewünscht.
Gudrun Lochte erzählt von einer Frau, die nach vielen Jahren des Funktionierens an einen Punkt kommt, an dem sie ihr Leben neu betrachten muss. Im Mittelpunkt steht Caro, die seit über zwanzig Jahren in einer Ehe und einem Familienalltag feststeckt, der von Routinen, Verantwortlichkeiten und stiller Selbstaufgabe geprägt ist. Als sich die Möglichkeit einer Sprachreise nach Frankreich ergibt, wird daraus mehr als nur ein Ortswechsel - es ist der vorsichtige Beginn eines inneren Aufbruchs.
Schon auf den ersten Seiten wird deutlich, wie erschöpft und unzufrieden Caro in ihrem Leben geworden ist. Sie hält den Alltag zusammen, kümmert sich um Haushalt, Familie und all die kleinen und großen Aufgaben, die oft unsichtbar bleiben und doch alles tragen. Diese Ausgangslage war für mich sehr nachvollziehbar und kommt sicherlich auch vielen anderen vielen Leserinnen bekannt vor. Gudrun Lochte greift damit Themen wie Mental Load, Selbstverlust und weibliche Überforderung auf, ohne sie allzu laut auszubuchstabieren.
Sehr gelungen fand ich die Atmosphäre des Romans. Die französische Kulisse, die Begegnungen vor Ort und die leisen Momente des Innehaltens verleihen der Geschichte Wärme und einen spürbaren Reiz. In Frankreich gewinnt Caro erstmals seit langer Zeit Abstand zu ihrem gewohnten Leben und damit auch die Möglichkeit, wieder auf die eigenen Wünsche zu hören. Diese Passagen gehören zu den stärkeren des Buches, weil hier tatsächlich etwas von Aufbruch, Sehnsucht und neuer innerer Bewegung spürbar wird.
Inhaltlich bleibt der Roman aus meiner Sicht sehr zurückhaltend. So überzeugt es mich nicht, dass Caros Selbstfindung zeitweise über die Begegnung mit einem anderen Mann zugespitzt wird. Hier hätte ich mir gewünscht, dass der Roman stärker bei Caros eigenem inneren Prozess bleibt. Gerade weil die Geschichte dann am stärksten ist, wenn sie von Selbstbehauptung, neuen Möglichkeiten und leiser Emanzipation erzählt, wirkt diese Wendung für mich eher entbehrlich. Am Ende werden die entscheidenden Konflikte vergleichsweise rasch aufgelöst, sodass der emotionale Kern des Romans am Schluss keine Tiefe entfalten kann. Auch wirkt Caro viel älter als sie mit 45 eigentlich ist. Die kurzen, sprachlich sehr einfachen Sätze tragen zur trivialen Wirkung bei, es fehlt nicht nur Tiefgang in der Geschichte sondern auch in den Dialogen, die Charaktere bleiben flach und farblos. Viele Belanglosigkeiten könnten problemlos gestrichen werden.
Trotzdem hat „Au revoir und tschüss“ seine Qualitäten: als Unterhaltungsroman über Aufbruch, Überforderung und den Wunsch, sich selbst nicht ganz zu verlieren. Besonders die liebevolle Gestaltung und die schöne Aufmachung des Buches unterstreichen diesen Eindruck zusätzlich. Inhaltlich hätte ich mir allerdings mehr Substanz und erzählerische Tiefe gewünscht.