Vier Wochen, die alles verändern

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annnnnnna Avatar

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Caro scheint eigentlich alles zu haben: ein Haus mit Garten, erwachsene Kinder, finanzielle Sicherheit und einen erfolgreichen Ehemann. Doch hinter der perfekten Fassade fühlt sie sich zunehmend unsichtbar. Als ein spontanes Abendessen für den Chef ihres Mannes das Fass endgültig zum Überlaufen bringt, zieht sie die Reißleine. Ein Sprachkurs in Südfrankreich wird für sie zum Wendepunkt und zur Chance, sich selbst wiederzufinden.

Gudrun Lochte gelingt es wunderbar, die Atmosphäre einzufangen. Schon nach wenigen Seiten war ich gedanklich in Uzès: zwischen Lavendel, Thymian, Olivenbäumen und der typisch französischen Leichtigkeit, die nach Genuss und Neuanfang schmeckt. Der Schreibstil ist bildhaft, präzise und angenehm zu lesen, sodass die Kulisse schnell lebendig wird und man sich mühelos dorthin träumt.

Auch optisch ist das Buch ein echtes Highlight. Das Cover wirkt wie ein sehnsuchtsvolles Versprechen auf all die Geschichten, die noch geschrieben werden wollen. Zusammen mit dem frischen Farbschnitt und dem Page Overlay ist es ein echtes Schmuckstück.

Besonders gefallen hat mir die Botschaft des Romans. Es braucht Mut, eingefahrene Wege zu verlassen und das eigene Leben zu hinterfragen. Caros Aufenthalt in Südfrankreich wird für sie zu einer wichtigen Phase der Neuorientierung, die viele schöne Gedanken über Selbstbestimmung und Neuanfänge bereithält.

Emotional blieb ich jedoch etwas auf Distanz. Sowohl Caro als auch die übrigen Figuren hätten für meinen Geschmack mehr Tiefe vertragen können. Viele Entwicklungen fügen sich zu harmonisch ineinander und manche Konflikte lösen sich beinahe mühelos auf. Auch Holger blieb für mich recht eindimensional, sodass die Geschichte zwar angenehm zu lesen war, mich auf Gefühlsebene aber nicht vollständig erreicht hat.

Trotzdem ist dies eine leichte, stimmungsvolle Sommerlektüre, die daran erinnert, dass manchmal schon wenige Wochen ausreichen, um einen Wendepunkt im Leben einzuläuten.