Ein Blick in die Welt des Journalismus

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Auf diesen Tag hat Felix gewartet und sein Leben darauf ausgerichtet: Die Beförderung zum Chefredakteur ist zum Greifen nah. Doch dann geschieht das Unfassbare - er, der die letzten Jahre intensiv mit dem Verleger zusammen eine neue Strategie erarbeitet hat, muss zurückstecken zugunsten einer linksorientierten Feministin. Zoe, ausgerechnet diese Zoe, die in bereits während ihres Praktikums um den Verstand gebracht hat. Felix suhlt sich in Selbstmitleid und gerät so an einen äußerst rechtsgerichteten Anwalt, der ihn bei einer Klage unterstützt. Er klagt, dass er als alter, weißer Mann den Posten, der noch nicht einmal ausgeschrieben war, nicht erhalten hat. Und so beginnt ein recht schmutziger Kampf zwischen dem Verleger und Felix, aber auch Zoe ist nicht ihre eigene Herrin.

Nachdem ich "Der Honigmann" von Peter Huth sehr gern gelesen habe, habe ich mich bereits sehr auf diesen Roman gefreut. Er spielt wieder mit den aktuellen gesellschaftlichen Strömungen, der Debattenkultur, Machtpositionen und wenig populären Meinungen vs. den politisch korrekten Meinungen. Sicherlich alles ein wenig überspitzt und die Charaktere sind sicherlich nicht jedermanns Sache. Aber das Buch greift die Strömungen auf und legt meines Erachtens den Finger in manch eine Wunde. Felix ist kein Sympathieträger, eher ein Mitschwimmer, ein Opportunist. Aber so manchen Gedankengang kann ich bei ihm durchaus nachvollziehen. Und genau das ist es, was mich an dem Buch begeistert und gleichzeitig verunsichert. Was darf noch gesagt werden? Wer gibt die Meinung vor, die "gesagt werden darf"? Steckt da vielleicht nicht doch auch EIgennutz dahinter? Wer definiert richtig und falsch, salonfähig und falsch? "Der Aufsteiger" kommt für mich nicht ganz an "Der Honigmann" ran. Aber die aktuellen Themen sind aufgegriffen und spannend und interessant dargestellt.