Überraschend tiefgründig
Als ich den Klappentext von "Der Aufsteiger" las, war ich geneigt zu denken, einen flachen feministischen Versuch eines Romans über den Umgang eines "white old man" mit einer Zurückweisung vor mir zu haben. Zu Beginn wirkt die Geschichte auch so, doch weit gefehlt. In diesem Buch wird die komplexe Situation dargestellt, in der ein legitimer Kandidat und Nachfolger eine Stelle nicht erhält, bedingt auch durch Interessenskonflikte seines Vorgesetzten. Doch viel interessanter ist die Konstellation zwischen ihm - dem erfahrenen Journalisten - und seine mutmaßlichen Kontrahentin - jung, weiblich, und seine ehemalige Praktikantin. Es wird im Laufe des Buches klar, dass da ein großes Geheimnis ist, etwas zu Großes, um es auszusprechen. Mit einigen teils schockierenden Wendungen zeigt das Buch auf, was mächtige Menschen tun, womit mächtige Menschen durchzukommen versuchen, und dass die erste Interpretation nicht immer richtig ist.