Abstand und Nähe
„Ava liebt noch“ von Vera Zischke ist ein Roman, der mich wirklich sehr beeindruckt hat. Ich fand ihn ganz, ganz toll und habe mich von der ersten Seite an abgeholt gefühlt. Die Autorin startet direkt in die Geschichte, verliert keine Zeit mit langem Vorgeplänkel und schafft es dabei trotzdem, alles sehr detailliert, nahbar und umfassend zu erzählen. Dadurch entsteht sofort eine emotionale Nähe zu den Figuren, die einen durch das gesamte Buch trägt. Besonders hervorzuheben ist die Umsetzung des Age-Gap-Themas. Dieses wird sensibel, vielschichtig und realistisch dargestellt mit all seinen schönen, aber auch schwierigen Facetten. Genau diese Differenziertheit macht den Roman so lesenswert, weil er weder verklärt noch verurteilt, sondern einfach erzählt. Ein kleiner Kritikpunkt für mich waren die Zeitsprünge. Diese waren mir teilweise etwas zu groß, wodurch ich mich beim Lesen gelegentlich neu orientieren musste. Das hat meinen Lesefluss hin und wieder leicht unterbrochen, auch wenn ich insgesamt gut in der Geschichte geblieben bin. Das Ende empfand ich als fast ein wenig zu glatt. Ich hätte mir vielleicht noch etwas mehr Reibung oder Offenheit gewünscht. Dennoch hat das meinem positiven Gesamteindruck keinen Abbruch getan – die Geschichte wirkt rund und stimmig.
Insgesamt ist „Ava liebt noch“ ein emotionaler, klug erzählter Roman, der lange nachhallt. Für mich steht fest: Ich möchte definitiv noch mehr von Vera Zischke lesen.
Insgesamt ist „Ava liebt noch“ ein emotionaler, klug erzählter Roman, der lange nachhallt. Für mich steht fest: Ich möchte definitiv noch mehr von Vera Zischke lesen.