Durchaus interessante Urban Fantasy mit verschenktem Potenzial

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Worum geht’s?
Im Leben von Meiling dreht sich alles um den Schutz von Fürstensohn Tao, der ihr wie ein Bruder ist. Als dann jedoch die Magie aus ihrem Reich zu verschwinden droht und sich ein Krieg anbahnt, bleibt ihr ausgerechnet der Sohne eines verfeindeten Fürsten und dessen Hilfe, um ihr Zuhause und die Menschen, die zu ihrer Familie geworden sind zu retten – nichtsahnend, wie gefährlich Raven für ihr eigenes Herz werden kann.


Meine Meinung:
Fantasy und Drachen mag ich vor allem in Büchern unglaublich gerne, von daher war es für mich keine große Überraschung, dass auch diese Geschichte auf meine Wunschliste wandern musste.

Gut gefallen hat mir vor allem das Urban Fantasy Setting, auch wenn mir persönlich zu Beginn nicht so ganz klar war, wo und wann diese Geschichte eigentlich spielen sollte. Auch das Worldbuilding habe ich insgesamt als etwas zu dünn empfunden, da ich gerne mehr über das Magiesystem erfahren hätte und daher hoffe, dass die Leerstellen im ersten Teil lediglich das Potenzial für mehr Antworten in Band zwei offen lassen sollen.

Mit den Figuren bin ich dann leider nicht so ganz warm geworden, zum einen, weil ich mit Fast Burn absolut nichts anfangen kann und zum anderen, weil ich keinen der Charaktere wirklich schlüssig angelegt fand. Insbesondere Mei hatte dabei eigentlich großes Potenzial in meinen Augen, wurde aber in Kombination mit Raven so schnell blass und willenlos, dass ich bloß noch mit dem Kopf schütteln konnte. Von der starken Frauenfigur war bis zum Schluss kaum noch etwas übrig, was ich wirklich schade fand.

Auch ihre Beziehung zu Raven konnte ich leider nicht nachvollziehen, denn weder habe ich ein realistisches Knistern zwischen den beiden gespürt, noch konnte ich ihr Verhalten in Hinblick auf den Cliffhanger zu Band zwei nachvollziehen. Der Enemies-to-Lovers Part kam mir daher leider auch nicht so ganz authentisch vor, auch wenn das ehrlicherweise in meinen Augen ein Trope ist, der häufig nicht ganz überzeugend umgesetzt wird.

Hinsichtlich des Spannungsbogens bin ich jetzt im Nachhinein leider auch eher etwas zwiegespalten, da ich die Suche nach den Drachen zwar einerseits ganz interessant, den Aufbau der Geschichte aber ehrlicherweise eher inkonsequent fand. Dass die Existenz von Drachen so plötzlich aus dem Hut gezaubert wurde, fand ich persönlich etwas seltsam gemacht, und da die Geschichte in meinen Augen etwas zu sehr gestreckt wurde und stellenweise deutlich mehr Dynamik vertragen hätte, konnte mich dieses eigentlich spannende Element dann leider auch nicht mehr so abholen, wie das bei einem etwas anderen Aufbau und einem erkennbaren roten Faden vielleicht der Fall gewesen wäre.


Fazit:
Als Auftaktband hat diese Geschichte in meinen Augen leider etwas an Potenzial verschenkt, auch wenn ich grundsätzlich gespannt darauf bin, wie es mit Meiling, Raven und den Drachen weitergeht. Für den zweiten Band werde ich mich jedoch sicherlich erst einmal motivieren müssen, da ich aktuell keine Lust hätte, direkt wieder mit diesem Figuren unterwegs zu sein.

Dafür gibt es dreieinhalb Bücherstapel von mir.