Ein Junggesellinnenabschied mit Geheimnissen

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plumbliss Avatar

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In „Bachelorette Party“ reist eine Gruppe Freundinnen für einen Junggesellinnenabschied auf eine abgelegene schwedische Insel. Was als entspanntes Wochenende geplant ist, bekommt schnell eine unangenehme Stimmung, nicht zuletzt, weil die Insel mit einem alten Vermisstenfall verbunden ist. Als plötzlich das Boot verschwindet und die Gruppe abgeschnitten ist, kommen nach und nach Geheimnisse ans Licht und die Situation eskaliert.

Ich fand den Einstieg grundsätzlich interessant, vor allem durch die Atmosphäre und die Idee mit den Perspektivwechseln und den Aufzeichnungen, die einem das Gefühl geben, selbst mitzurätseln. Gleichzeitig hat es bei mir aber etwas gedauert, bis ich wirklich drin war da ich mich zuerst in der Geschichte einfinden musste.

Was mir dafür gut gefallen hat, war die Dynamik innerhalb der Freundinnengruppe. Die Beziehungen wirken realistisch, haben Ecken und Kanten, und man merkt immer wieder, dass unterschwellig Konflikte mitschwingen. Das hat für mich viel von der Stimmung getragen.

Das größte Problem war für mich insgesamt der Spannungsaufbau. Über lange Strecken passiert relativ wenig, was auch daran liegt, dass immer wieder in die Vergangenheit gewechselt wird, um die Hintergründe aufzubauen und die Zusammenhänge nach und nach zu verknüpfen. Dadurch hatte ich zwischendurch das Gefühl, dass sich die Geschichte etwas zieht. Im letzten Drittel passiert dafür dann sehr viel auf einmal. Das Finale an sich fand ich nicht schlecht und auch größtenteils nachvollziehbar, aber es wirkte insgesamt etwas etwas zu viel auf einmal.

Insgesamt ist es für mich ein solider Thriller mit einer guten Grundidee und starken Figuren, den man gut lesen kann. Mir hat aber ein gleichmäßigerer Spannungsaufbau gefehlt, damit das Buch wirklich heraussticht.