Ein kurzweiliger Thriller für laue Sommernächte…

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jadwiga Avatar

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. Suchst du einen kurzweiligen Thriller, der sich behutsam entfaltet und erst im Finale seine volle Spannungskraft entfaltet?
Zwar hatte ich mir insgeheim etwas mehr erhofft, doch fühlte ich mich insgesamt gut unterhalten! 3,5/5 ⭐️

. Aber worum geht es genau…
Ein Junggesellinnenabschied auf einer einsamen schwedischen Schärinsel auf der vor 4 junge Frauen verschwanden.
Unter den heutigen Gäste ist ebenfalls eine Journalistin dabei, die sich nebenbei diesem Cold Case annehmen möchte.

. In „Bachelorette Party“ folgen wir der Journalistin Tessa, die uns als erzählerischer Leitfaden durch Gegenwart und Vergangenheit führt. Mit ihr reisen wir nicht nur durch ihre eigene Geschichte, sondern erhaschen zugleich flüchtige, beunruhigende Einblicke in das Schicksal jener Frauen, die einst spurlos verschwanden.
. Der Thriller beginnt vielversprechend…Kaum haben wir Tessa kennengelernt, verschlägt es uns auch schon auf die abgelegene Isle Blind. Die Figuren sind lebendig und glaubwürdig gezeichnet…
zu Beginn fühlt es sich beinahe so an, als säße man selbst zwischen alten Freundinnen, die sich zu einem Wiedersehen versammelt haben! Eine Atmosphäre, die durchaus ihren Reiz entfaltet.
Doch nach diesem gelungenen Auftakt gerät die Handlung ins Stocken. Die Erzählung verliert an Tempo, verharrt in Andeutungen und lässt die Lesenden lange im Ungewissen. Tessas Geheimniss wird immer wieder nur angerissen, nie wirklich greifbar gemacht und auch die allgegenwärtige Verschwiegenheit wirkt eher hemmend als spannungssteigernd.
Erst in der Mitte des Romans, mit dem Fund der ersten Leiche, nimmt die Geschichte endlich Fahrt auf. Hier entfaltet sich jene Spannung, die man sich zuvor gewünscht hätte! Man fiebert mit, spürt die unterschwellige Bedrohung, ahnt, dass etwas zutiefst Verstörendes im Verborgenen lauert und wird darin nicht enttäuscht. Die letzten 150 Seiten sind eindringlich, packend und halten auch die eine oder andere unerwartete Wendung bereit.
. Ein strafferer Einstieg mit weniger ausschweifenden Passagen hätte dem Thriller gutgetan. Dennoch überzeugt Stens Schreibstil…
klar, flüssig und angenehm zu lesen! So tragen ihre Sätze mühelos durch die Handlung. Was sicherlich auch an der guten Übersetzung liegt.
. Nicht zuletzt weckt der Name „Sten“ unweigerlich hohe Erwartungen, finde ich. Insbesondere bei jenen, die mit den Werken ihrer Mutter vertraut sind.
. Und doch bleibt am Ende ein positives Fazit!
Trotz kleiner Längen wurde ich gut unterhalten und bereue die Lektüre keineswegs!