Enttäuschend

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annabell95 Avatar

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Eine junge Frauengruppe reist für einen scheinbar perfekten Junggesellinnenabschied auf eine abgelegene Schäreninsel. Doch die Idylle kippt schnell ins Bedrohliche. Die Journalistin Tessa erinnert der Ort an einen ungelösten Fall, bei dem vor Jahren vier Frauen verschwanden. Als das Boot der Gruppe plötzlich verschwindet, sitzen die Freundinnen fest, und alte Spannungen brechen auf. Schließlich wird eine Teilnehmerin tot aufgefunden, und Tessa erkennt, dass jemand auf der Insel einen Racheplan verfolgt.

Das erste Drittel besteht aus Feiern, Yoga, Alkohol und Gruppendynamik. Dadurch wirkt es sehr langatmig. Die Handlung plätschert über weite Strecken einfach vor sich hin. Erst im letzten Drittel passiert etwas, doch selbst dann bleibt vieles vorhersehbar und ohne echte Überraschungen. Die Rückblicke ins Jahr 2012 sollen Hinweise liefern und die damaligen Erlebnisse der verschwundenen Frauen mit den aktuellen Ereignissen verknüpfen. Leider wirken diese Flashbacks eher konstruiert als spannend.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm zu lesen, sodass man schnell durch die Seiten kommt. Aber er bleibt komplett spannungsarm. Es gibt so gut wie keine Gänsehautmomente und auch keine unerwarteten Twists. Keine Szenen, die einen jetzt wirklich gepackt und gefesselt haben.

Durch die Vielzahl an Charakteren kann man leicht durcheiander kommen. Zudem bleiben sie sehr blass und ohne wirkliche Tiefe, sodass man auch kaum eine emotionale Bindung aufbauen kann.

Das Setting mit der einsamen kleinen Schären-Insel ist mit das Beste an diesem Buch. Abgeschnitten vom Festland ist es ein Ort, der eigentlich wie gemacht ist für einen beklemmenden Thriller. Die Idee der Isolation ist nicht wirklich was Neues, aber trotzdem wollte ich dem Thriller eine Chance geben. Leider wurde das Potenzial hier nicht voll ausgeschöpft.

Mein Fazit:
Dank des flüssigen Schreibstils lässt sich das Buch schnell runterlesen, aber man vergisst es ebenso schnell wieder. Dieser Thriller konnte mich leider absolut nicht überzeugen. Ich hatte hier mehr erwartet, aber konnte keinen wirklichen Zugang zur Handlung finden. Daher kann ich leider keine Leseempfehlung aussprechen.