JGA eskaliert - aber anders als in Hangover

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karschtl Avatar

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3,5 Sterne

Der Titel des Buches wirkt wie ein netter Frauenroman, der gut in die Frühlings-Hochzeits-Saison passt. Auch das Cover könnte noch ganz gut dazu passen - ein stimmungsvoll ausgeleuchteter Steg in Blautönen. Aber spätestens beim Klappentext merkt man dann, dass es hier ein bisschen düsterer zugeht als normalerweise bei einem Junggesellinnenabschied!

Doch dann beginnt das Buch erstmal gar nicht mit einem JGA, sondern mit einem jährlichen Treffen von 4 Freundinnen auf einer unbewohnten schwedischen Insel, bei dem sie zelten, quatschen, trinken, tanzen und sich gegenseitig wieder auf den neuesten Stand bringen wollen. Kenn ich, sowas mache ich mit meinen 3 besten Freundinnen auch, nur ohne die einsame Insel - stattdessen klappern wir so nach und nach europäische Städte ab (und waren dabei noch nie in Schweden).
Allerdings endet der Ausflug von 2012 ganz anders als erwartet.

Schnitt zu 2022, und nun findet dann doch noch die titelgebende Bachelorette-Party statt. Auf derselben Insel, nur dass auf dieser nun ein kleines Hotel steht, wo sich die Frauen-Clique ein Wellness-Wochenende gönnen will. Wir begleiten sie dabei, erleben aber alles ausschließlich aus der Perspektive von Tessa. Einer Frau, die um die Ereignisse von 2012 weiß - zumindest das, was in der Presse bekannt wurde. Das war nicht wirklich viel, den Rest will sie gern an diesem Wochenende heraus finden. Dadurch liegt der Fokus eigentlich durchgehend auf dem Verbrechen und eigentlich kaum auf dem Junggesellinnenabschied. Ich fühlte jedenfalls kaum JGA-Vibes und auch keine "beste Freundinnen machen sich ein schönes Wochenende". Vielleicht lag das auch daran, dass zwar alle Frauen mit der Braut mehr oder weniger befreundet sind, aber sonst untereinander teilweise seit vielen Jahren keinen Kontakt mehr hatten und wohl auch zuvor maximal Klassenkameradinnen aber keine beste Freundinnen waren. Leider lernen wir auch gar nicht alle Personen wirklich gut kennen, so dass ich als LeserIn zu einigen Charakteren nur ein sehr distanziertes Verhältnis hatte und nicht so sehr mitfieberte als es dann im 2. Teil des Buches wirklich actionreich wurde.

Am Ende wurden auch alle Fäden verknüpft und sowohl die Geschehnisse von 2012 als auch das was 2022 passiert aufgelöst. Vollends zufrieden mit dem Motiv für allem war ich zwar nicht, doch das Lesen dieser zweiten Hälfte war wirklich spannend. Die erste Hälfte hingegen zog sich etwas und war auch sehr geprägt von Andeutungen um eine große Katastrophe in Tessas Leben, die aber lange Zeit nicht erklärt wurde. Das soll natürlich die Spannung schüren und zum Weiterlesen animieren, ich für meinen Teil bin von solchen ständigen Andeutungen, ohne dass wenigstens jeweils ein neues Detail hinzukommt, eher nervig.

Alles in allem hat mir das Buch aber gut gefallen.