Locked-Room-Szenario nach bekanntem Schema mit wenig Spannung und nicht ganz runder Auflösung

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schnaeppchenjaegerin Avatar

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Vier Freundinnen, die sich seit ihrer Kindheit kennen, treffen sich seit elf Jahren im Mai auf der "Isle Blind" vor der schwedischen Küste um ihre Freundschaft zu feiern und die Last des Alltags hinter sich zu lassen. 2012 kommen sie von ihrem Ausflug nicht zurück. Die Polizei geht von einem Unfall auf dem Meer aus, aber ihre Leichen werden nicht gefunden.
Der Cold Case lässt die True-Crime-Podcasterin Tessa nicht los. Zehn Jahre nach dem Unglück ist sie zu einem Junggesellinnenabschied in ein Yoga-Retreat auf einer abgelegenen Insel eingeladen, wobei es sich bei der Inhaberin um die ältere Schwester eines der vermissten Mädchen handelt. Tessa möchte die Chance nutzen, den Fall endlich zu lösen, obwohl sie mit ihrem Podcast gescheitert ist und den Shitstorm noch lange nicht verarbeitet hat.

Der Roman handelt auf zwei Zeitebenen, wobei der Prolog vorwegnimmt, was sich im Mai 2012 auf Isle Blind ereignet hat und damit Ängste schürt, was dort zehn Jahre später passieren könnte. Der Fokus liegt jedoch auf der Gegenwart und die kurzen Kapitel tragen zur entsprechenden Dynamik bei.

Die einzelnen Charaktere bleiben blass und übernehmen lediglich Rollen als Freundin, Trauzeugin, Schwester, Gastgeberin. Nur Tessa, aus deren Ich-Perspektive die Geschehnisse in der Gegenwart erzählt werden, scheint nahbarer. Weshalb ihr Podcast negativ viral gegangen ist, bleibt hingegen lange im Dunkeln, belastet jedoch sie und die Beziehungen zu ihren Freundinnen. Von einem entspannten Junggesellinnenabschied kann keine Rede sein, auch da sich Tessa vorgenommen hat, den Fall um die verschwundenen Frauen zu lösen und Morde dahinter vermutet - eine Erklärung dafür gibt es jedoch nicht.

Als eine Freundin der Braut in der Gegenwart verschwindet und ihr Rettungsboot auf dem offenen Meer treibt, scheint das ungute Gefühl, das Tessa seit der Ankunft in dem Retreat verspürt, nicht unbegründet. Die anschließende Handlung ist mehr von Dramatik und Hysterie als echter Spannung geprägt.

Die Ausgangslage der "Bachelorette Party" ist wenig originell: Ein Locked-Room-Szenario, eine abgelegene Insel, eine übersichtliche Anzahl von Personen, keine Möglichkeit, Hilfe zu holen und unter ihnen ein Mörder... Dennoch fiebert man einer Erklärung für die Ereignisse in der Vergangenheit und eine mögliche Wiederholung in der Gegenwart entgegen.
Die Auflösung kann allerdings auf beiden Zeitebenen aufgrund des unnötigen Gewaltexzesses nicht überzeugen. Die Motive und Verdächtigungen kommen im Vergleich zur Beschreibung von verletzten Körperteilen zu kurz. Zudem wirkt der Plot nicht ganz rund, wenn am Ende grundsätzliche Fragen übrig bleiben, wie warum die Polizei 2012 so stümperhaft ermittelt hat und was sich Tessa zehn Jahre später erhofft hat für Beweise zu finden.