Nicht der große Wurf

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c-bird Avatar

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Isle Blind, eine kleine, abgeschiedene Schäreninsel vor der Küste Schwedens. Der perfekte Ort um Annelieses Junggesellenabschied mit ihren Freundinnen zu feiern. Mit dabei ist auch die Journalistin Tessa. Trotz des traumhaften Programms für das Wochenende fühlt sie sich nicht so richtig wohl. Zehn Jahre zuvor verschwanden genau auf dieser Insel schon einmal vier Frauen. Ein Fall, die bis heute ungeklärt blieb. Tessa möchte unbedingt herausfinden, was damals geschehen. Als dann das Boot der Gruppe abhandenkommt, sind die Frauen auf sich gestellt und alte Konflikte brechen auf.

Dies war nicht mein erstes Buch von Camilla Sten. Bisher konnte mich die Autorin auch immer mit ihrem Schreibstil und der Handlung überzeugen. Doch dieses Mal konnte Camilla Sten meine Erwartungen nicht ganz erfüllen. Das Buch beginnt zwar sehr spannend mit der Frauengruppe, die sich im Mai 2012 auf der Insel trifft. Hier konnte ich sofort in die Geschichte eintauchen war mittendrin. Doch beim Wechsel ins Jahr 2022 ging dieses Gefühl schnell verloren. Die meisten der Figuren sind oberflächliche Karrierefrauen, die mir fast alle unsympathisch waren. Lediglich die gescheiterte Tessa konnte bei mir Sympathien wecken.
Obwohl gleich es zu Beginn das Rätsel um die verschwundenen Frauen gibt, hat es mir an Spannung gemangelt. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, wobei man über die Geschehnisse vor zehn Jahren leider nur häppchenweise etwas erfährt. Der Schreibstil der Autorin ist gut und wie gewohnt sehr flüssig. Nur der Spannungsaufbau war dieses Mal nicht gelungen. Erst zum Ende hin geht es plötzlich Schlag auf Schlag und die Spannung ist endlich vorhanden, auch wenn die Auflösung nicht der große Wurf war.
Insgesamt ein nettes Buch für zwischendurch, eigentlich die ideale Urlaubslektüre. Ich persönlich hatte mir aber mehr davon versprochen, es reicht gerade so für vier Sterne.