Startet bisschen mau, wird dann aber richtig wild

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liesdochmaleinbuch Avatar

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Die Geschichte wird in zwei Zeitebenen erzählt, die zehn Jahre auseinander liegen. Während Tessa sich für True Crime interessiert und einen entsprechenden Podcast hatte, war mir lange Zeit nicht so ganz klar, warum ausgerechnet Mathildas Sicht für die vergangenen Ereignisse gewählt wurde. Sie sticht im Vergleich zu Tessa deutlich weniger raus, bleibt als Figur selbst eher blass zurück, obwohl sie eine Schlüsselrolle innehat.

Im ersten Teil des Buches schreitet die Handlung eher langsam voran und es gab für mein Empfinden auch ein paar Lückenfüller-Szenen. Generell ist der Spannungsbogen zu Anfang eher flach. Vor allem Mathildas und Tessas Leben werden ein bisschen intensiver beleuchtet, was mir Tessa nicht unbedingt sympathischer machte.

Generell fand ich die Frauen alle eher unnahbar, man lernt sie aber auch nur oberflächlich kennen. Würde aber sagen Frauengruppen als solches kommen hier nicht gut weg.

Ab der Hälfte ziehen Tempo und Spannung dann ordentlich an. Die letzten 50-100 Seiten waren geradezu wahnwitzig und die Auflösung völlig irre. Also wow, wirklich. Wünschte das Buch hätte diesen Vibe schon etwas eher gehabt und nicht erst ganz zum Ende hin.

Camilla Sten schreibt wie immer super flüssig, ich bin geradezu durch die Seiten geflogen. Es gibt ein paar eingestreute Ermittlungsansätze, aber so richtig kann man als Leser damit nichts anfangen. Ist für mein Empfinden nicht ihr stärkstes Buch, aber trotzdem kurzweilig und vor allem zum Ende hin echt abgründig und unterhaltsam.