Überwiegend spannend, Auflösung wirkt unspektakulär
Ein abgelegenes Eiland, irgendwo zwischen schimmernder Idylle und erstickender Isolation. Was als luxuriöser Junggesellinnenabschied mit Yoga, Champagner und sorgfältig inszenierter Harmonie beginnt, kippt rasch in ein beklemmendes Kammerspiel aus Misstrauen, Schuld und unterschwelliger Feindseligkeit. Die Vergangenheit liegt hier nicht einfach begraben – sie lauert. Und sie wartet.
Die Geschichte greift ein altbekanntes, aber wirkungsvolles Szenario auf: eine Gruppe von Frauen, abgeschnitten von der Außenwelt, gefangen in einem Setting, das zugleich paradiesisch und tödlich wirkt.
Zehn Jahre nach einem mysteriösen Verschwinden scheint sich das Schicksal erneut zusammenzuziehen wie eine Schlinge. Besonders für Tessa, deren Besessenheit von ungelösten Verbrechen sie auf diese Insel geführt hat, verschwimmen bald die Grenzen zwischen Recherche und persönlichem Albtraum.
Was zunächst nach einem raffinierten Thriller mit doppelter Zeitebene, True-Crime-Elementen und psychologischer Spannung klingt, entpuppt sich jedoch als erzählerisch widersprüchliches Konstrukt. Der ständige Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart erzeugt weniger Sog als vielmehr Distanz. Statt die Spannung zu verdichten, zerfasert die Handlung stellenweise, wirkt sprunghaft, fast fragmentarisch. Man bleibt Beobachter; selten fühlt man sich wirklich hineingezogen. Dabei ist die Grundidee zweifellos reizvoll: Freundschaft, die über Jahre hinweg Risse bekommt; Geheimnisse, die wie Gift unter der Oberfläche zirkulieren; und eine allgegenwärtige Frage nach Schuld und Rache. Doch genau hier liegt auch eine der größten Schwächen: Die Figuren bleiben seltsam blass. Ihre Dynamik wirkt eher wie eine inszenierte Kulisse, ein Abziehbild moderner Freundschaft, irgendwo zwischen Reality-TV und Klischee. Nur Tessa sticht hervor, doch selbst ihre Perspektive verliert mit der Zeit an Intensität.
Atmosphärisch hingegen kann der Roman ordentlich punkten. Die Insel wird zur eigentlichen Hauptfigur: still, schön und zutiefst unheimlich. Die Abgeschiedenheit, verstärkt durch das (fast schon obligatorische) Kommunikationsverbot, erzeugt ein Gefühl von Ausgeliefertsein, das immer wieder an klassische „Locked-Room“-Szenarien erinnert. Wenn dann Gewalt ins Spiel kommt, kippt die Geschichte zeitweise sogar in fast schon horrorhafte Gefilde, mit einer Direktheit, die mir sehr gefallen hat.
Und doch bleibt am Ende ein schaler Nachgeschmack. Trotz zahlreicher Wendungen und falscher Fährten – oder vielleicht gerade wegen ihnen – wirkt die finale Auflösung überraschend unspektakulär. Fast, als hätte die Geschichte selbst nicht den Mut, ihre eigene Dramatik konsequent zu Ende zu denken. Der große Knall bleibt leider aus.
Fazit: Ein Thriller, der mit einer starken Prämisse, dichter Atmosphäre und reichlich Drama lockt, sich aber in seiner Umsetzung nicht ganz entscheiden kann, wo er hin will. Packend in vielen Momenten, aber nie besonders fesselnd. Voller anfänglicher Versprechen, die am Ende schneller verflogen sind, als man erwartet hätte.
Die Geschichte greift ein altbekanntes, aber wirkungsvolles Szenario auf: eine Gruppe von Frauen, abgeschnitten von der Außenwelt, gefangen in einem Setting, das zugleich paradiesisch und tödlich wirkt.
Zehn Jahre nach einem mysteriösen Verschwinden scheint sich das Schicksal erneut zusammenzuziehen wie eine Schlinge. Besonders für Tessa, deren Besessenheit von ungelösten Verbrechen sie auf diese Insel geführt hat, verschwimmen bald die Grenzen zwischen Recherche und persönlichem Albtraum.
Was zunächst nach einem raffinierten Thriller mit doppelter Zeitebene, True-Crime-Elementen und psychologischer Spannung klingt, entpuppt sich jedoch als erzählerisch widersprüchliches Konstrukt. Der ständige Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart erzeugt weniger Sog als vielmehr Distanz. Statt die Spannung zu verdichten, zerfasert die Handlung stellenweise, wirkt sprunghaft, fast fragmentarisch. Man bleibt Beobachter; selten fühlt man sich wirklich hineingezogen. Dabei ist die Grundidee zweifellos reizvoll: Freundschaft, die über Jahre hinweg Risse bekommt; Geheimnisse, die wie Gift unter der Oberfläche zirkulieren; und eine allgegenwärtige Frage nach Schuld und Rache. Doch genau hier liegt auch eine der größten Schwächen: Die Figuren bleiben seltsam blass. Ihre Dynamik wirkt eher wie eine inszenierte Kulisse, ein Abziehbild moderner Freundschaft, irgendwo zwischen Reality-TV und Klischee. Nur Tessa sticht hervor, doch selbst ihre Perspektive verliert mit der Zeit an Intensität.
Atmosphärisch hingegen kann der Roman ordentlich punkten. Die Insel wird zur eigentlichen Hauptfigur: still, schön und zutiefst unheimlich. Die Abgeschiedenheit, verstärkt durch das (fast schon obligatorische) Kommunikationsverbot, erzeugt ein Gefühl von Ausgeliefertsein, das immer wieder an klassische „Locked-Room“-Szenarien erinnert. Wenn dann Gewalt ins Spiel kommt, kippt die Geschichte zeitweise sogar in fast schon horrorhafte Gefilde, mit einer Direktheit, die mir sehr gefallen hat.
Und doch bleibt am Ende ein schaler Nachgeschmack. Trotz zahlreicher Wendungen und falscher Fährten – oder vielleicht gerade wegen ihnen – wirkt die finale Auflösung überraschend unspektakulär. Fast, als hätte die Geschichte selbst nicht den Mut, ihre eigene Dramatik konsequent zu Ende zu denken. Der große Knall bleibt leider aus.
Fazit: Ein Thriller, der mit einer starken Prämisse, dichter Atmosphäre und reichlich Drama lockt, sich aber in seiner Umsetzung nicht ganz entscheiden kann, wo er hin will. Packend in vielen Momenten, aber nie besonders fesselnd. Voller anfänglicher Versprechen, die am Ende schneller verflogen sind, als man erwartet hätte.