Viele Frauen, eine Insel

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europeantravelgirl Avatar

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Ein Junggesellinnenabschied auf einer einsamen Schäreninsel vor Stockholm bringt eine Gruppe von Freundinnen zusammen. Doch bei True-Crime-Podcasterin Tessa spült dies entsetzliche Assoziationen empor, denn zehn Jahre zuvor waren an dieser Stelle schon einmal vier junge Frauen spurlos verschwunden. Bis heute wurden sie nie gefunden und die Polizei geht offiziell von einem Unglück aus, doch Tessas Instinkt verrät ihr etwas anderes.

Das war ja schon eine mutige Idee, gleich zwei Freundinnengruppen auf zwei Zeitebenen parallel einzuführen. Ich muss gestehen, in den ersten paar Kapiteln herrschte in meinem Kopf heilloser Namensalat. Dann jedoch beginnt sich die Geschichte zu entfalten. Wir lernen sämtliche Frauen und deren vielschichtiges Beziehungsgeflecht untereinander kennen. Protagonistin Tessa, aus deren Perspektive der Roman erzählt wird, ist dabei besonders interessant, da wir nach vielen Andeutungen erst nach und nach von einem belastenden Vorfall erfahren, der ihr Leben völlig aus den Angeln gehoben hat. Die Story auf der einsamen Schäreninsel soll für ihre Rehabilitierung sorgen.

Ein Thriller mit einer Frauengruppe ohne Netzempfang, isoliert an einem einsamen Ort? Wahrlich nicht neu. Zudem war mir bereits direkt nach Ankunft auf der Insel klar, wer der Täter ist und grob aus welchem Motiv. Das fand ich schon recht offensichtlich eingestreut, und an meinem Verdacht konnten auch verschiedene Finten nichts ändern. Dafür gab es am Ende ordentlich Tempo und dazu auch jede Menge brutaler Szenen. Mit einer solch expliziten Brutalität und Härte hätte ich nach der eher gemächlichen Einführung in die Story überhaupt nicht gerechnet und hätte sie ehrlicherweise auch nicht gebraucht. Ich hätte eine sich stetig aufbauende Hochspannung reizvoller empfunden, aber das ist mein persönliches Empfinden.

Mich konnte dieser Thriller leider nicht komplett überzeugen, was letztendlich auch an einigen Lücken in der Auflösung lag.