Englischer Humor

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Der Roman „Bad Actors“ von Mick Herron lebt von 2 Elementen: Übertreibung und englischer Humor. Das Szenario: Agenten eines „Gnadenhofs für Geheimagenten“ geraten in eine innenpolitische Verschwörung. Dabei lässt der Autor von Anfang an kein Mittel aus, um die „Slow horses“ treffend zu beschreiben. Das Bürogebäude ist heruntergekommen, die Büros renovierungsbedürftig, die Schreibtische alt. Jede der Hauptpersonen hat ihre individuelle „Macke“. Nach der Beschreibung ist der Leiter der Truppe Jackson Lamb ein Mensch, mit dem nicht nur seine Leute, sondern auch der Leser nichts zu tun haben möchte. Und genau so effektiv, wie die „Slow horses“ mit unkonventionellen Methoden die Aufgaben lösen, zeigt auch Lamb unerwartete Intelligenz und Scharfsinn. Für mich völlig neu: Englischen Humor einmal geschrieben zu lesen und nicht im Film oder Fernsehen. Da wird ein Bus mit einem Bügeleisen attackiert, und die Video-Überwachung der russischen Botschaft (aus Kostengründen auf Schwarz-Weiß-Monitoren) ergibt zum Erstauenen aller, dass die Besucher eines Empfangs mit schwarzen Limousinen oder schwarzen Taxis gebracht werden. Man muss sich darauf einlassen, dann hat man viel Lesevergnügen.