Überlebenskampf auf der Unterseebasis

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q5helgi Avatar

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Der Zahnarzt Muhyun fängt eine neue Stelle auf einer Unterseebasis im Pazifik an und nach fünf Tagen verändert sich die neue Umgebung und mündet in einem Überlebenskampf. Weil die Erde zu verschmutzt ist und der Plan für ein Leben der Menschheit auf anderen Planeten verworfen wurde, soll in naher Zukunft neuer Lebensraum in der Tiefsee geschaffen werden. Eine gute Idee, die spannend umgesetzt worden ist.
Die Beschreibung der Basis ist gut nachvollziehbar und nicht zu langgezogen, sodass der Leser sich zu Beginn ein gutes Bild machen kann. Leider gibt es keine grobe Illustration der vier Ebenen am Anfang des Buches, sondern nur die Namen der Figuren (am Anfang des Buches die wichtigsten fünf Figuren und am Ende des Buches die restlichen). So eine Zeichnung hätte mir persönlich gefallen. Dafür ist das Coverdesign der tatsächlichen Beschreibung im Buch sehr treu, vom Hemd, zum Plüschtier, dem Übersetzungsgerät und den verschiedenen Augenfarben Muhyuns.
Das Pacing finde ich gut umgesetzt und die Charaktere und die Schauplätze gut beschrieben. Der Schreibstil gefällt mir persönlich sehr gut. Dass die Charaktere eigene Geschichten haben, die im ersten Band jedoch bloß an der Oberfläche kratzen, lässt mich gespannt auf Band II zurück. Trotzdem finde ich die Hauptfigur nicht sehr sympathisch. Vielleicht liegt es daran, dass er Zahnarzt ist und mit der neuen Situation überfordert ist, und immer in Muster zurückfällt, die für einen „normalen Alltag“ typisch wären, allerdings ungeeignet für die brutale Situation auf der Unterseebasis.
Zudem steht im Einband, es existiere der Trope „Found Family“, worauf ich mich sehr gefreut habe, was ich im ersten Band allerdings nicht wirklich nachvollziehen konnte. Es herrschte eher Kameraderie unter den Figuren mit einem gewissen Misstrauen in der Luft. Ebenso war der Trope „Dark Secrets“ nicht unbedingt im ersten Band für mich vorhanden.
Da viele Bewohner der Basis Ingenieure und Forscher sind, spiegelt sich das in ihrer Ausdrucksweise, ihrem Vorgehen und ihrem geteilten Wissen wider. Ich fand alles interessant, doch manche könnten es als „überflüssig“ oder „archetypisch“ empfinden. Ein großer Pluspunkt ist, dass Gewalt realistisch dargestellt wird. Es wäre seltsam, wenn sie versteckt oder überspielt würde, oder wenn andere Probleme - oder eher Reibereien - der Bewohner nicht gezeigt würden.
Persönlich tendiere ich positiv über das Ende nachzudenken, bin allerdings nicht der größte Fan. Hier ist der zweite Band entscheidend und die Ausführung des Autors (Autorin?) SOFTCORAL.
Alles in Allem freue ich mich sehr auf die nächsten Bände und hoffe, es wird viele Interessierte geben, die Geschichten weit unter dem Meeresspiegel mögen, um in der Zukunft vielleicht eine TV-Serie aus der Geschichte entstehen zu sehen.