Wenn die Tiefsee zum Überlebenskampf wird
Wenn die Tiefsee zum Überlebenskampf wird
Was für ein Buch! Ich hätte nach den ersten Seiten nicht unbedingt erwartet, wohin sich die Geschichte entwickeln würde. Der Einstieg wirkt zunächst fast wie eine ruhige Reise in eine faszinierende neue Welt: Park Muhyun kommt als frischgebackener und einziger Zahnarzt auf einer riesigen Unterwasserstation an und muss sich erst einmal in dieser ungewöhnlichen Umgebung zurechtfinden. Genau dadurch lernen wir gemeinsam mit ihm die Station, ihre Bewohner und die Strukturen kennen.
Das Setting hat mich dabei besonders angesprochen. Unterwasserstationen sind natürlich keine völlig neue Idee, aber im Vergleich zu den inzwischen zahlreichen Science-Fiction-Geschichten über die Eroberung des Weltalls wirkt die Tiefsee erfrischend anders. Vor allem ist diese Zukunft erschreckend nah an unserer eigenen vorstellbaren Realität. Eine Menschheit, die ihre Erde zunehmend unbewohnbar macht und anschließend in die Tiefsee ausweicht, um dort weiter nach Ressourcen zu suchen – das hat durchaus etwas Beklemmendes.
Auch Muhyun als Hauptfigur hat mir gut gefallen. Über seinen Alltag als Zahnarzt bekommt man ganz nebenbei einen Einblick in das Leben auf der Station. Anfangs scheint dort vieles geradezu beneidenswert: gute Bezahlung, Vergünstigungen und eine Gemeinschaft von Menschen, die für ihre Arbeit offenbar ordentlich entlohnt werden. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher zeigen sich die Risse in diesem vermeintlich perfekten System. Die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Nationen und die politischen und sozialen Spannungen sorgen dafür, dass unter der Oberfläche einiges brodelt.
Und dann nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf. Aus dem interessanten Science-Fiction-Setting wird zunehmend ein packender Überlebenskampf. Die Flucht durch die Station, die verschiedenen Gruppen und die Frage, wem man überhaupt noch vertrauen kann, sorgen für ordentlich Spannung. Dabei steigert sich die Dynamik immer weiter, bis es gegen Ende ausgesprochen brutal wird.
Hier auch eine deutliche Warnung: Wer empfindlich auf Gewalt und blutige Szenen reagiert, sollte vorsichtig sein. Gerade im letzten Drittel geht es teilweise sehr heftig zur Sache. Für mich ist das definitiv kein Buch für zarte Gemüter – ich würde es eher ab 16 Jahren empfehlen.
Ein ganz besonderes Lob möchte ich außerdem der Übersetzung aussprechen. Alexandra Dickmann versteht es wirklich hervorragend, mit der deutschen Sprache umzugehen. Die Sprache wirkt anspruchsvoll und gleichzeitig wunderbar flüssig. Keine erzwungene Jugendsprache, keine holprigen Formulierungen – stattdessen finden sich immer wieder richtig schöne sprachliche Bilder und Formulierungen. Für mich war die Sprache tatsächlich eines der Highlights des Buches.
Auch die Ausstattung gefällt mir. Das Buch liegt angenehm in der Hand und die aufklappbaren Umschlagseiten sind ein schönes Detail. Auf der vorderen Klappe wird das Titelmotiv noch einmal aufgegriffen, wobei ich persönlich ein zusätzliches Motiv spannender gefunden hätte. Dafür bietet die hintere Klappe eine Vorschau auf die offenbar vierteilige Reihe.
Und dann dieses Ende … Damit hatte ich so nicht gerechnet. Mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht verraten. 😉
Be a Light in the Dark Sea hat mich jedenfalls von einem zunächst faszinierenden Science-Fiction-Setting bis zu einem ausgesprochen dynamischen und teilweise brutalen Finale mitgenommen. Für mich eine ungewöhnliche Geschichte, die gerade durch ihr Tiefsee-Szenario aus der Masse heraussticht.
Vielen Dank an vorablesen.de und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Meine Rezension wurde dadurch nicht beeinflusst und gibt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.
Was für ein Buch! Ich hätte nach den ersten Seiten nicht unbedingt erwartet, wohin sich die Geschichte entwickeln würde. Der Einstieg wirkt zunächst fast wie eine ruhige Reise in eine faszinierende neue Welt: Park Muhyun kommt als frischgebackener und einziger Zahnarzt auf einer riesigen Unterwasserstation an und muss sich erst einmal in dieser ungewöhnlichen Umgebung zurechtfinden. Genau dadurch lernen wir gemeinsam mit ihm die Station, ihre Bewohner und die Strukturen kennen.
Das Setting hat mich dabei besonders angesprochen. Unterwasserstationen sind natürlich keine völlig neue Idee, aber im Vergleich zu den inzwischen zahlreichen Science-Fiction-Geschichten über die Eroberung des Weltalls wirkt die Tiefsee erfrischend anders. Vor allem ist diese Zukunft erschreckend nah an unserer eigenen vorstellbaren Realität. Eine Menschheit, die ihre Erde zunehmend unbewohnbar macht und anschließend in die Tiefsee ausweicht, um dort weiter nach Ressourcen zu suchen – das hat durchaus etwas Beklemmendes.
Auch Muhyun als Hauptfigur hat mir gut gefallen. Über seinen Alltag als Zahnarzt bekommt man ganz nebenbei einen Einblick in das Leben auf der Station. Anfangs scheint dort vieles geradezu beneidenswert: gute Bezahlung, Vergünstigungen und eine Gemeinschaft von Menschen, die für ihre Arbeit offenbar ordentlich entlohnt werden. Doch je weiter die Geschichte voranschreitet, desto deutlicher zeigen sich die Risse in diesem vermeintlich perfekten System. Die unterschiedlichen Interessen der beteiligten Nationen und die politischen und sozialen Spannungen sorgen dafür, dass unter der Oberfläche einiges brodelt.
Und dann nimmt die Geschichte richtig Fahrt auf. Aus dem interessanten Science-Fiction-Setting wird zunehmend ein packender Überlebenskampf. Die Flucht durch die Station, die verschiedenen Gruppen und die Frage, wem man überhaupt noch vertrauen kann, sorgen für ordentlich Spannung. Dabei steigert sich die Dynamik immer weiter, bis es gegen Ende ausgesprochen brutal wird.
Hier auch eine deutliche Warnung: Wer empfindlich auf Gewalt und blutige Szenen reagiert, sollte vorsichtig sein. Gerade im letzten Drittel geht es teilweise sehr heftig zur Sache. Für mich ist das definitiv kein Buch für zarte Gemüter – ich würde es eher ab 16 Jahren empfehlen.
Ein ganz besonderes Lob möchte ich außerdem der Übersetzung aussprechen. Alexandra Dickmann versteht es wirklich hervorragend, mit der deutschen Sprache umzugehen. Die Sprache wirkt anspruchsvoll und gleichzeitig wunderbar flüssig. Keine erzwungene Jugendsprache, keine holprigen Formulierungen – stattdessen finden sich immer wieder richtig schöne sprachliche Bilder und Formulierungen. Für mich war die Sprache tatsächlich eines der Highlights des Buches.
Auch die Ausstattung gefällt mir. Das Buch liegt angenehm in der Hand und die aufklappbaren Umschlagseiten sind ein schönes Detail. Auf der vorderen Klappe wird das Titelmotiv noch einmal aufgegriffen, wobei ich persönlich ein zusätzliches Motiv spannender gefunden hätte. Dafür bietet die hintere Klappe eine Vorschau auf die offenbar vierteilige Reihe.
Und dann dieses Ende … Damit hatte ich so nicht gerechnet. Mehr möchte ich an dieser Stelle gar nicht verraten. 😉
Be a Light in the Dark Sea hat mich jedenfalls von einem zunächst faszinierenden Science-Fiction-Setting bis zu einem ausgesprochen dynamischen und teilweise brutalen Finale mitgenommen. Für mich eine ungewöhnliche Geschichte, die gerade durch ihr Tiefsee-Szenario aus der Masse heraussticht.
Vielen Dank an vorablesen.de und den Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars. Meine Rezension wurde dadurch nicht beeinflusst und gibt ausschließlich meine persönliche Meinung wieder.