In drei Worten: glamourös – düster – aktuell!

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jane.bookish Avatar

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Inhalt (spoilerfrei)

Julie Chan hat nichts – ihre Zwillingsschwester Chloe hingegen scheinbar alles: Geld, Status, Reichweite. Als Chloe unter rätselhaften Umständen stirbt, rutscht Julie in ein Leben, das nie für sie bestimmt war. Sie nimmt Chloes Platz ein, bewegt sich plötzlich in der schillernden Welt von Sponsoren, Luxus und Social-Media-Inszenierung – und gerät dabei in den exklusiven Kreis der „Belladonnas“. Je tiefer Julie eintaucht, desto deutlicher wird: Hinter dem perfekten Image steckt etwas Bedrohliches, und die Frage nach Identität und Wahrheit wird zur Überlebensfrage.


Analyse: Themen & Motive

Belladonnas wird in vielen Rezensionen als bissiger Social-Media-/Influencer-Thriller beschrieben: glamourös an der Oberfläche, darunter zunehmend unheimlich. Besonders häufig genannt werden die Themen Identität, Selbstinszenierung, Leistungsdruck und Abhängigkeiten in einer Welt, in der Image wie eine Währung funktioniert.

Der Roman arbeitet stark mit Spannung über Atmosphäre (subtiler Grusel, unterschwellige Bedrohung) und dem Kontrast zwischen luxuriöser Kulisse und dunklen Mechanismen dahinter. Die Prämisse „Identität übernehmen“ liefert dabei nicht nur Plot, sondern auch eine klare gesellschaftliche Reibungsfläche: Wer bist du, wenn alle dich für jemand anderen halten – und was macht Macht mit Moral?


Subjektive Bewertung

Die Grundidee ist stark, der Einstieg fesselnd, und diese Mischung aus Glamour, Unbehagen und unterschwelliger Bedrohung funktioniert für mich sehr gut. Besonders mochte ich, wie die Influencer-Welt dargestellt wird: oberflächlich glänzend, darunter aber kalt, berechnend und zunehmend beängstigend.

Gleichzeitig hatte das Buch für mich ein paar Stellen, an denen ich mir mehr Tiefe gewünscht hätte – sowohl bei einzelnen Figuren als auch bei den Strukturen hinter den Belladonnas. Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten, war spannend und hat genau diesen Zeitgeist-Nerv getroffen, den ich mir erhofft habe.

Unterm Strich ein sehr gelungenes, modernes Buch mit Sogwirkung, dem nur ein kleines Stück zum absoluten Highlight fehlt.