Konnte mich leider nicht überzeugen

Voller Stern Voller Stern Leerer Stern Leerer Stern Leerer Stern
pageswithsusi Avatar

Von

Belladonnas beginnt mit einem faszinierenden Blick auf die grelle Welt der Influencer und eine junge Frau, die immer tiefer in diese Scheinrealität hineingleitet. Julie nimmt das Leben ihrer verstorbenen Zwillingsschwester Chloe an – ein Schritt, der zunächst wie ein Versuch wirkt, wieder Kontrolle über ihr eigenes Leben zu gewinnen. Doch je weiter sie in Chloes Rolle hineinrutscht, desto mehr verschwimmt, wer sie eigentlich ist.

Der Einstieg hat mir richtig gut gefallen: atmosphärisch, leicht unheimlich und mit einem subtilen Sog, der zeigt, wie verführerisch Social Media sein kann. Nach und nach beobachtet man, wie Julie sich verändert, wie sie sich immer stärker an Online-Bestätigung klammert und ihre eigene Identität zugunsten einer perfekten Fassade aufgibt. Das Buch hält uns gnadenlos vor Augen, wie manipulierbar Menschen sind und wie schnell Abhängigkeit entstehen kann.

Im weiteren Verlauf nimmt die Geschichte jedoch eine sehr skurrile, fast schon abgedrehte Wendung. Eine Art sektenhafter Kult, der Einfluss auf Julie gewinnt, Gehirnwäsche, Kontrolle – all das ist zwar interessant angelegt, wurde mir aber irgendwann zu viel. Ich hatte relativ früh eine Vermutung, in welche Richtung es gehen könnte, und genau das ist dann auch eingetreten, was für mich etwas Spannung genommen hat.

Insgesamt ein vielschichtiges, gesellschaftskritisches Buch mit starkem Beginn, das sich zum Ende hin aber in eine Richtung entwickelt hat, die mich nicht mehr überzeugt hat.